Aachen: Ölpreis treibt die Produktion in der Region an

Aachen: Ölpreis treibt die Produktion in der Region an

Die Maschinen laufen. Und das ist auch gut so. Die Produktionskapazitäten in der Region sind laut aktueller Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen zu 83 Prozent ausgelastet. Das ist der höchste Wert seit Herbst 2011 und eine erneute Steigerung im Vergleich zum Jahresbeginn um zwei Prozent.

Es ist eines von vielen Ergebnissen der Umfrage, die zeigen, dass es der Wirtschaft in der Region in der Regel gut geht. Diesmal wurden 323 Unternehmen mit insgesamt 34\.000 Mitarbeitern zu ihrer Situation und den Erwartungen befragt. Das Ergebnis:

Die Situation: 43 Prozent der Befragten bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut, nur acht Prozent als schlecht. Zu Jahresbeginn waren es 40 und elf Prozent. Das zeigt: Die Unternehmen der Region sind gut ins Jahr 2015 gestartet. Auch die Einführung des Mindestlohns scheint, so der Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, Michael F. Bayer, die Entwicklung in der Region nicht zu belasten — außer mit bürokratischem Mehraufwand, so Bayer. Noch mal angezogen sind die Exporterwartungen. Nur noch vier Prozent der Befragten (zu Jahresbeginn 15 Prozent) erwarten sinkende Exportzahlen, 31 Prozent dagegen steigende (zu Jahresbeginn 28 Prozent).

Die Branchen: Der niedrige Ölpreis hinterlässt deutliche Spuren in der Konjunkturumfrage. Er ist wie ein kleiner Konjunkturmotor für die regionale Industrie. Die Hälfte der Befragten meldet eine gute Geschäftslage, nur sieben Prozent eine schlechte. Zu Jahresbeginn waren es 38 beziehungsweise zwölf Prozent. „Wir spüren hier einen starken Ruck“, berichtet Bayer. Davon profitiert auch der Dienstleistungssektor (47 Prozent gute Geschäftslage, sechs Prozent schlechte), der von der Industrie mit Folgeaufträgen bedacht wird.

Besonders deutlich werde der Aufschwung in der Industrie, so Bayer, bei Papier und Druck sowie Gummi und Klebstoff. Von dieser Entwicklung profitiert insbesondere der Kreis Düren. Dort stieg die Zahl der positiven Bewertungen der Geschäftslage von 33 auf 43 Prozent. Die Papierindustrie ist in Düren ein entscheidender Faktor. Weiter positiv ist die Entwicklung im Handel, Ernüchterung herrscht dagegen im Baugewerbe. Der Auftragseingang war zu Jahresbeginn rückläufig, nur noch 18 Prozent der Befragten berichten von guten Geschäften, 19 Prozent von schlechten. Zu Jahresbeginn sprachen noch 45 Prozent der Befragten von guten Geschäften.

Die Aussichten: Sie sind noch besser als die aktuelle Situation. 32 Prozent der Befragten erwarten gute Geschäfte, nur 15 Prozent schlechte. Zu Jahresbeginn waren es 25 beziehungsweise 19 Prozent. „Alle Indikatoren zeigen weiter nach oben und versprechen eine nachhaltige positive Entwicklung“, sagte Bayer. Auch hier sind Industrie und Dienstleistungssektor frohen Mutes, dass die positive Entwicklung weitergeht, der Handel ist zurückhaltender und das Baugewerbe ist guten Glaubens, dass die aktuelle Situation nur eine Momentaufnahme ist. 42 Prozent erwarten in Zukunft wieder gute Geschäfte, zu Jahresbeginn waren dies „nur“ 30 Prozent.

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