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Prognose: NRW-Wirtschaft wächst schwächer als bisher angenommen

Prognose : NRW-Wirtschaft wächst schwächer als bisher angenommen

Von den Rückschlägen in der Corona-Pandemie wird sich Nordrhein-Westfalens Wirtschaft einer Prognose zufolge langsamer erholen als gedacht.

„Wir werden wohl erst im kommenden Jahr - 2022 - die wirtschaftliche Stärke auf Vorkrisenniveau wiedererreichen können“, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf. Bisher hatte sein Ministerium auf Basis wissenschaftlicher Schätzungen damit gerechnet, dies schon Ende 2021 schaffen zu können. Wachstumsmotor bleibt die Exportindustrie.

Nach den coronabedingten Schließungen im Gastgewerbe und im Einzelhandel schraubte die Behörde nun ihre Erwartungen an den gesamtwirtschaftlichen Verlauf runter, der neuen Prognose zufolge wächst die NRW-Wirtschaft dieses Jahr nur um drei statt wie bisher angenommen um fünf Prozent. „Voraussetzung für eine baldige Erholung ist, dass die Industrie weiterarbeiten kann und die für andere Bereiche der Wirtschaft bestehenden Einschränkungen bald aufgehoben werden“, sagte Pinkwart.

Der Landesminister appellierte an den Bund, zugesagte Finanzhilfen für Unternehmen schneller auszuzahlen. „Nur so wird das Vertrauen der Unternehmen gesichert werden können, dass sie sich weiter durch diese Krise hangeln.“ Nachdem es bei der Auszahlung von Novemberhilfen für betroffene Branchen gehapert hatte, steht nun die dafür nötige Software des Bundes endlich zur Verfügung. „Wir werden die Hauptanträge nun so zügig wie möglich bearbeiten und bescheiden“, sagte Pinkwart. Ende Januar soll eine andere Software zur Verfügung stehen, mit der Anträge zu Dezemberhilfen bearbeitet werden können.

Unter den betroffenen Branchen macht sich Frust breit - vielen Firmen steht das Wasser bis zum Hals. Noch immer habe man nur einen Bruchteil der Novemberhilfen bekommen, hieß es vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) NRW. Das Vertrauen in den Staat schwinde.

(dpa)