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Düsseldorf: NRW-Wirtschaft: Spitzenreiter bis 2015?

Düsseldorf : NRW-Wirtschaft: Spitzenreiter bis 2015?

Zwar wird sich das Wirtschaftswachstum in NRW in diesem Jahr nach den Prognosen der Konjunkturforscher deutlich abschwächen, aber mit einer erwarteten Steigerungsrate von 1,8 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (1,7 Prozent) liegen.

Im vorigen Jahr lag das Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Bundesland mit einem Plus von 2,6 Prozent genau im Bundesdurchschnitt. „Das ist der beste Wert seit 15 Jahren”, sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben am Montag in Düsseldorf. Im Wirtschafts-Ranking der 16 Bundesländer liegt NRW inzwischen auf Platz fünf.

Die Konjunkturforscher des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) sehen in diesem Jahr vor allem aufgrund der Schwäche des US-Dollars, der unklaren Lage an den amerikanischen Finanzmärkten und der gestiegenen Rohstoffpreise nicht unerhebliche Risiken für die deutsche Exportwirtschaft. Damit seien auf alle Fälle „Abschwächungstendenzen” verbunden.

Da die NRW-Wirtschaft mehr in den ostasiatischen Raum als nach Amerika exportiere, werde sie von diesen Entwicklungen nicht so stark betroffen sein wie andere deutsche Wirtschaftsräume.

RWI-Forscher Tom Kösters erklärte, dass neben den weltweiten konjunkturellen Entwicklungen auch landesspezifische politische Entscheidungen den Wirtschaftsaufschwung begünstigt hätten. Dazu zählten die konsequente Konsolidierung des mit 118 Milliarden Euro verschuldeten Landeshaushalts sowie die „Planungssicherheit” bei den staatlichen Steinkohlesubventionen, die 2018 auslaufen werden.

Trotz der erkennbaren Abschwächung des Wirtschaftsaufschwungs rechnet das RWI weiterhin mit exorbitanten Steigerungsraten von bis zu 5,5 Prozent in der Chemiebranche, dem Maschinenbau und der stahlverarbeitenden Industrie.

Deutliche Abschwächungen seien dagegen in der Bauwirtschaft und in der Konsumindustrie zu erwarten. Die Lohnsteigerungen im Jahre 2008 werden nach der Prognose des RWI zwischen drei und 3,5 Prozent liegen. Zugleich wird eine Inflationsrate von 2,4 Prozent erwartet.

Die Zahl der Arbeitslosen wird nach RWI-Einschätzung auch 2008 noch einmal abnehmen, jedoch deutlich langsamer als im vergangenen Jahr. Die Konjunkturforscher rechnen mit einem Rückgang um rund 65.000 Arbeitslose. 2007 waren durchschnittlich 855.000 Menschen in NRW arbeitslos. Die Arbeitslosenquote in NRW war im vergangenen Jahr von 10,7 auf 9,6 Prozent gesunken.

Wirtschaftsministerin Thoben erklärte, es sei das politische Ziel der NRW-Landesregierung das Bundesland Bayern als wirtschaftlichen Spitzenreiter „bis zum Jahre 2015 einzuholen”.