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Düsseldorf: NRW-Metallarbeitgeberpräsident warnt vor hohem Lohnabschluss

Düsseldorf : NRW-Metallarbeitgeberpräsident warnt vor hohem Lohnabschluss

In der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie bahnt sich in diesem Herbst ein harter Tarifkonflikt an.

NRW-Metallarbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke warnte im Vorfeld der anstehenden Tarifrunde vor einem zu hohen Lohnabschluss und wies Forderungen der IG Metall nach Einkommensverbesserungen von 7 bis 8 Prozent als indiskutabel zurück.

„Wir werden mit Sicherheit die Forderung der IG Metall so überhaupt nicht diskutieren können”, sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der IG Metall-Vorstand will an diesem Montag erstmals darüber beraten und am 23. September endgültig entscheiden.

„Wir wollen die künftige Entwicklung der Konjunktur nicht kaputt machen”, sagte Maier-Hunke weiter. Die derzeitige Lage, mit zum Teil „dramatischen Einbrüchen” bei den Auftragseingängen im August, bezeichnete er als sehr fragil. Da könnten 0,2 Prozentpunkte mehr bei den Löhnen viel ausmachen. „Ich gehe davon aus, dass die Konjunktur nicht besser wird und die politische Lage instabil bleibt.” Die Metall- und Elektroindustrie in NRW mit gut 700.000 Beschäftigten hatte 2007 den Umsatz um 10 Prozent auf 171 Milliarden Euro gesteigert. Im ersten Halbjahr lag das Plus bei gut 8 Prozent auf 91 Milliarden Euro.

Maier-Hunke räumte ein, dass die Branche in den vergangenen Jahren tatsächlich besser verdient habe. Das Geld sei aber vor allem in die Stärkung der Eigenkapitalquote gegangen, und dies sei heute auch dringend notwendig. Denn „es ist schwieriger geworden, Kredite zu bekommen, weil die Unternehmen den Banken mehr Sicherheiten vorlegen müssen”. Gegenüber dem letzten Tarifabschluss sieht Maier-Hunke deshalb keinen Spielraum nach oben. Er machte sich zudem für eine stärkere Betonung von Einmalzahlungen in den Tarifverhandlungen stark. „Ich kann eine Lösung nur sehen, wenn wir über variable Faktoren und Einmalzahlungen versuchen, die Lohnhöhe nach unten zu drücken”.

Keiner wisse im Moment, wohin konjunkturelle Entwicklung gehe. „Es wird deshalb mit Sicherheit nicht mehr für die Beschäftigten in der NRW-Metall- und Elektroindustrie geben, als beim Tarifabschluss 2007, sondern eher weniger”, sagte Maier-Hunke, der auch Firmenchef des Büroartikelherstellers Durable in Iserlohn ist. Damals hatten sich die Tarifpartner auf einen Anstieg von 4,1 Prozent geeinigt. Durch einen höheren Anteil von Leichtlohngruppen lag der Zuwachs in NRW Maier-Hunke zufolge sogar bei 4,4 bis 4,5 Prozent.

Am vergangenen Freitag hatte sich die Tarifkommission der IG Metall in NRW mehrheitlich auf eine Forderung von 7 bis 8 Prozent verständigt. Bezirksleiter Oliver Burkhard begründete den kräftigen Zuschlag mit der guten wirtschaftlichen Lage der Betriebe. Dort werde mit höchster Auslastung gearbeitet und die Erträge seien gut. Außerdem mache die Inflation erheblichen Druck auf die Beschäftigten. Er rief beiden Seiten auf, bis Mitte November eine Lösung anzustreben.

Nach dem Auslaufen der Friedenspflicht Ende Oktober könnte die IG Metall schon Anfang November mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Im vergangenen Jahr war buchstäblich erst in letzter Minute eine Einigung erzielt und ein bundesweiter Streik in der Metall- und Elektroindustrie verhindert worden.