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Recklinghausen: NRW-Landwirtschaft schnallt Gürtel enger

Recklinghausen : NRW-Landwirtschaft schnallt Gürtel enger

Die neue Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen wird für die nächsten zwei Jahre zwei Hauptstandorte haben - Bonn, bisher Sitz der Landwirtschaftskammer Rheinland, und Münster, bisher Sitz der Kammer Westfalen-Lippe.

Auch die beiden Kammerdirektoren als Leiter der Verwaltungen bleiben im Amt. Im ersten Betriebsjahr hat die NRW-Kammer, wie der neue (ehrenamtliche) Kammerpräsident Karl Meise, Münster, am Mittwoch in Recklinghausen erläuterte, einen Haushalt von 178,6 Millionen Euro zur Verfügung - rechnerisch zehn Millionen Euro weniger als die beiden Etats 2002 der rheinischen und westfälischen Vorgängerin.

In Recklinghausen tagte die konstituierende Hauptversammlung, eröffnet vom rheinischen Präsidenten Wilhelm Lieven, Titz.

NRW-Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (Grüne) hatte aus Spargründen eine Fusion gefordert. So schießt das Land zum Kammerhaushalt jetzt nur noch 50 Prozent (90 Mio Euro) bei nach zwei Dritteln in den Jahren zuvor.

Die Ministerin erhofft sich jedenfalls durch die Fusion eine „Verbesserung der Dienstleistungen für die Landwirtinnen und Landwirte”. Meise bezweifelte dagegen angesichts der abgesenkten Landeszuweisungen, ob die Kammer ihren Auftrag - dazu zählen auch staatliche Aufgaben - künftig überhaupt noch erfüllen könne.

Planstellen fallen weg

Vorgesehen ist jedenfalls ein drastischer Personabbau: Bis 2007 sollen 344 der derzeit 2032 Beamten, Angestellten und Arbeiter ausgeschieden sein. In zwei Jahren soll, so Höhn, erneut über den Standort des Hauptsitzes entschieden werden. Die von der rot-grünen Landesregierung beschlossene Auslagerung der Höheren Forstbehörden soll jetzt zum 1. Januar 2005 umgesetzt werden.

Zwischen Herzogenrath und Höxter bewirtschaften etwa 53.600 landwirtschaftliche Betriebe mit gut 130.000 Beschäftigten insgesamt 1,74 Millionen Hektar Nutzfläche, das sind 51 Prozent der Landesfläche. Hauptfruchtart ist Getreide.

Der frühere Kammerbezirk Rheinland, der die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf abdeckt, zählt etwa 15800 Landwirte. Im Kreis Heinsberg und im Kreis Düren wirtschaften jeweils gut 1000 Betriebe, in Stadt und Kreis Aachen sind es 750.