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Warten auf Rettungsschirm: NRW-Flughäfen stecken in Corona-Flaute

Warten auf Rettungsschirm : NRW-Flughäfen stecken in Corona-Flaute

Die nordrhein-westfälischen Flughäfen sind wieder tief in die Corona-Flaute geraten. Die Zahl der abfliegenden Passagiere ging im November 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um gut 90 Prozent zurück.

Das berichtete das Statistische Landesamt am Donnerstag. Insgesamt wurden nur knapp 140.000 Fluggäste gezählt. Zwölf Monate zuvor waren es 1,4 Millionen. Das Passagieraufkommen sank damit wieder auf das Niveau des ersten Lockdowns im April und Mai vergangenen Jahres. NRW macht unterdessen Druck auf den Bund wegen eines angekündigten Rettungsschirms.

Auf dem kleinsten NRW-Airport Paderborn/Lippstadt stiegen lau Statistischem Landesamt im November lediglich 91 Passagiere in abfliegende Maschinen. Das waren 99,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der größte NRW-Flughafen Düsseldorf zählte gut 77.000 abfliegende Passagiere, 90,9 Prozent weniger als im November 2019. Kaum noch noch Flugverkehr gab es aus NRW zu Zielen im Inland. Zu anderen deutschen Flughäfen starteten nur rund 23.500 Passagiere, ins Ausland waren es gut 116.000.

Die Verkehrsminister von NRW und Niedersachsen warten unterdessen auf einen Rettungsschirm des Bundes in Höhe von 500 Millionen Euro, bei dem die Länder ebenfalls mitmachen sollen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) müsse nun „liefern“, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Donnerstag nach Beratungen mit seinem niedersächsischen Amtskollegen, Bernd Althusmann (CDU). „Wir warten seit Wochen darauf, dass es weitergeht“, so Wüst. Die Zeit dränge - denn ein einmal geschlossener Flughafen könne später „nicht einfach wieder geöffnet werden.“

Der Chef des Düsseldorfer Flughafens, Thomas Schnalke, sprach beim digitalen Neujahrsempfang des Airports am Donnerstag von einem „Stillstand“ für die Branche - man bereite sich nun auf einen Neubeginn in 2021 vor. Der Airport selbst stehe in den kommenden zwei Jahren vor dem größten Wandel seiner Geschichte. „Das Unternehmen wird mit der aktuellen Restrukturierung kleiner, als es bisher war. Das schmerzt, auch wenn wir die Veränderungen sozial verträglich gestalten wollen“, erklärte er laut Mitteilung.

(dpa)