1. Wirtschaft

Köln: Naschkatzen trotzen der Konjunktur

Köln : Naschkatzen trotzen der Konjunktur

Mintpastillen zur Verdauungsförderung gibt es in Halle 8. Rezeptfrei versteht sich. Was sich anhört wie ein Angebot aus ihrer Apotheke, ist in Wirklichkeit eine der Neuigkeiten auf der 33. Internationalen Süßwaren-Messe (ISM).

Vom 26. bis 29. Januar zeigen 1478 Anbieter aus 74 Ländern in Köln ihre Produkte. Fruchtgummi, Lakritz und Kaugummi waren 2002 die Renner einer Branche, die im Umfeld einer leicht rückläufigen Ernährungsindustrie mit leichten Produktionszuwächsen aufwarten kann.

„Wir haben unsere Beschäftigtenzahl gehalten. Und ich meine, das will schon etwas heißen”, betont Dietmar Kendziur, der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI).

Die Probleme klingen vertraut: Kostendruck durch gestiegene Rohstoffpreise, Konsumflaute und Verschiebung von Marktanteilen zugunsten der Discounter. Bescheidenheit ist angesagt, der moderate Anstieg der Produktionsmenge um 2,2 Prozent auf 3,15 Millionen Tonnen stellt Kendziur schon zufrieden.

Immerhin wuchs auch der Pro-Kopf-Verbrauch an Süßwaren im Jahr 2002 um 0,6 Prozent auf 30,0 kg. Die „süße Branche” also doch weitgehend unabhängig von der Konjunktur? Oder gar ein Profiteur? Von „Frust-Lutschen” will Kendziur nicht sprechen. „Die Leute kaufen unsere Produkte ja auch, wenn es ihnen gut geht.”

Die Zahl der Aussteller auf der ISM ist im Vergleich zum Vorjahr um 38 gesunken. Trotzdem: Klagen will auch Wolfgang Kranz, Mitglied der Geschäftsführung der Kölnmesse, nicht. „Vor dem Hintergrund der Marktsituation ist ein ausgebuchtes Gelände sicher ein zufriedenstellendes Ergebnis”, sagt er. „Wer hier ausstellt, erreicht in vier Tagen den Weltmarkt im Süßwarensegment.”

Das versuchen ab Sonntag vor allem Aussteller aus Belgien, den Niederlanden, Italien, Frankreich und den Niederlanden. Erstmals sind Australien und Neuseeland auf der ISM dabei. „Die weißen Flecken auf der Landkarte werden weniger”, sagt Kranz, auch mit Blick auf die stärker werdende Beteiligung aus Ostasien.

Neu erfunden wird die Süßigkeit dennoch nicht, was sich ändert ist das „Outfit”. Zu Halloween gibt es Leckereien in Form von Kürbissen und Gespenstern, Ostern schlüpfen Küken aus einer bunten Marshmallow-Masse, und frei nach Harry Potter naschen Kinder Zauberzubehör.

Und wer Probleme mit der Verdauung hat: Die Mintpastillen aus Halle 8 helfen sicher . . .