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Köln: Naschen wird deutlich teurer

Köln : Naschen wird deutlich teurer

Freunde von Süßigkeiten und Knabbereien müssen in den kommenden Monaten deutlich tiefer in die Tasche greifen. Hintergrund seien massiv gestiegene Rohstoffpreise, sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) der Nachrichtenagentur ddp in Köln.

Nach seinen Angaben macht die Globalisierung auch vor dem Süßwarenregal nicht halt: „Durch die gestiegene Nachfrage in Südostasien werden die Rohstoffe auf dem Weltmarkt knapper.” Die Sorge vor Missernten bei Kakao oder Getreide mache die Preise zudem nur schwer kalkulierbar. Auch auf dem deutschen Markt gehe das Angebot an Grundzutaten zurück, da immer mehr Ackerflächen für den Biokraftstoff-Anbau verwendet werden.

Aktuell müssen die Süßwarenhersteller für eine Tonne des wichtigen Rohstoffs Weizen fast 300 Euro zahlen, im Vorjahr waren es nur 100 Euro. Dramatisch sei auch der Anstieg bei Kakao, der im Jahresschnitt etwa 20 Prozent teurer geworden ist. Die deutlich gestiegenen Kosten für Milch und Butter machten nicht nur den Endverbrauchern, sondern auch den Herstellern zu schaffen. Generell müssten sich die Konsumenten in Deutschland vermutlich ohnehin auf höhere Lebensmittelpreise einstellen, betonte der Verbandssprecher.

Dessen ungeachtet sei die Stimmung in der Branche überwiegend positiv, sagte der Sprecher. Grund zur Klage hätten derzeit allerdings die Eishersteller, denen der zu kühle Sommer das Geschäft verdorben hat. Die Hersteller von Gebäck, Schokoladenprodukten und Knabbereien profitierten mit einer Exportquote um die 35 Prozent von einem soliden Auslandsgeschäft. Eine Prognose für das diesjährige Weihnachtsgeschäft wollte der Verbandssprecher noch nicht abgeben.

Der BDSI vertritt nach eigenen Angaben 215 überwiegend mittelständische Süßwarenunternehmen. Die Branche steuert etwa zehn Prozent zum Umsatz der deutschen Ernährungsindustrie bei.