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Eschweiler: Müll auf Dauer in den Kessel

Eschweiler : Müll auf Dauer in den Kessel

RWE Power als Betreiber des Braunkohlenkraftwerks Weisweiler will das Mitverbrennen von Sekundärbrennstoff (SBS) beantragen. Dieser Brennstoff wird aus Siedlungs- und Gewerbeabfällen hergestellt.

Für die Genehmigung und den Bau notwendiger Anlagen rechnet das Unternehmen mit rund einem Jahr, hieß es am Donnerstag in einer Pressekonferenz im Kraftwerk. Jährlich sollen rund 100.000 Tonnen des Müll-Brennstoffs mit verfeuert werden. Die genaue Menge steht noch nicht fest, sie ist Thema des Genehmigungsverfahrens. Bei diesem Verfahren werde die Öffentlichkeit beteiligt.

Sekundärbrennstoff wird in den kommenden Jahren in Deutschland verstärkt produziert werden. Das ist eine der Folgen der Schließung aller Mülldeponien zur Jahresmitte 2005. SBS sei ein schadstoffarmer, gütegesicherter Brennstoff aus nicht gefährlichen Abfällen, so RWE-Pressesprecher Manfred Lang.

In den beiden ersten Märzwochen dieses Jahres war die Mitverbrennung von SBS im Weisweiler Braunkohlekraftwerk getestet worden. In den zwei Wochen wurden den 345.000 Tonnen Braunkohle, die in zwei Kraftwerksblöcken verbrannt wurden, 13.300 Tonnen Papierschlamm und 4200 Tonnen SBS beigemischt. Der Anteil des Sekundärbrennstoffs lag in der Testphase zwischen zwei und vier Prozent der Einsatzmenge.

Dr. Hans-Peter Schiffer, Senior Manager des Hürther Goldenberg-Kraftwerks, bewertete die Ergebnisse der Testphase als eindeutig positiv, sowohl bei dem Umweltaspekten als auch bei den abfallwirtschaftlichen Bedingungen. Lediglich bei den Punkten „Anlieferung und Umschlag” sowie „Förderung und Dosierung” sei Verbesserungsbedarf festgestellt worden.

Die Deponierbarkeit der Kraftwerksaschen und des Gipses, der bei der Rauchgasentschwefelung anfällt, werde nicht negativ beeinflusst. Klaus-Peter Stachowiak: „Eine dauerhafte energetische Nutzung von SBS ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Dadurch werden nicht nur Ressourcen eingespart, sondern auch der Kraftwerksstandort Weisweiler gestärkt.”