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Köln: Motorenbauer Deutz mit Gewinnwarnung: Aktie stürzt ab

Köln : Motorenbauer Deutz mit Gewinnwarnung: Aktie stürzt ab

Der Motorenbauer Deutz steckt wegen schleppender Geschäfte in Schwierigkeiten.

Die Kölner kündigten am Dienstagabend nach Börsenschluss an, dass sie weder beim Umsatz noch beim Gewinn ihre Prognose für das laufende Jahr erreichen werden. Wegen eines sehr verhaltenen Geschäfts im laufenden Quartal und der dürftigen Auftragslage rechnet das Management jetzt mit einem Umsatzrückgang von rund einem Fünftel.

2014 lagen die Erlöse bei 1,53 Milliarden Euro. Bislang hatte sich Deutz auf einen Rückgang in Höhe von rund zehn Prozent eingestellt. Die Prognose für das kommende Jahr wurde ebenfalls kassiert. Die Aktie rutschte am Mittwochmorgen nach Börsenbeginn um mehr als 26 Prozent in den Keller.

Ausgelöst hatte die Misere eine neue Abgasverordnung der Europäischen Union - deshalb hatten viele Kunden ihre Bestellungen im vergangenen Jahr vorgezogen. Nun säßen mehrere europäische Unternehmen auf Lagerbeständen, die langsamer als erwartet abgebaut würden, hieß es.

Auch beim Ergebnis machen sich die trüberen Aussichten bemerkbar. Für 2015 kalkuliert Deutz nur noch mit einer Null beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit). Nun prüft das Unternehmen, ob „weitere Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung” ergriffen werden müssen. Welche Maßnahmen das sein könnten, ist nach Angaben des Sprechers noch nicht klar.

Aktuell ist der Konzern dabei, den Standort Köln-Deutz bis Ende 2016 zu räumen, zudem werden am Standort Ulm Produktionskapazitäten zusammengelegt. In China verkauft das Unternehmen momentan Anteile an einem Gemeinschaftsunternehmen, um sich auf die geringere Nachfrage im Markt einzustellen.

(dpa)