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Bonn: Monopol beim Dualen System befürchtet

Bonn : Monopol beim Dualen System befürchtet

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) hat angesichts der geplanten Fusion der Entsorgungsriesen RWE Umwelt und der Firma Rethmann erneut Monopol- Alarm geschlagen.

Der Mittelstand rechne mit einem knallharten Verdrängungswettbewerb, auch bei Dualen Systemen, wenn das Kartellamt die Elefantenhochzeit genehmige, sagte bvse-Präsident Hans Jürgen Cierzon am Donnerstag in Bonn.

Der Arbeitsplatzabbau werde sich in leicht abgeschwächter Form fortsetzen. So werde die Zahl der rund 50.000 Arbeitsplätze um 1,0 Prozent zurückgehen nach einem Minus von 1,5 Prozent im vergangenen Jahr.

Insgesamt blicken die mehr als 600 Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes, die einen jährlichen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro erwirtschaften, den Angaben zufolge skeptisch ins neue Jahr. Lediglich 21 Prozent bewerten ihre Lage als gut bis sehr gut. 36 Prozent bezeichnen ihre Situation als befriedigend und 45 Prozent erteilen ihr ein ausreichend oder mangelhaft.

Im Falle einer Fusion von von RWE Umwelt und Rethmann hofft der Verband auf Zugeständnisse in marktbeherrschenden Bereichen.

Personelle Folgen

„Das durch die Fusion entstehende Unternehmen Remondis denkt nicht so sehr an Wettbewerb, sondern an die Schaffung eigener, abgeschotteter Kreisläufe und Stoffströme”, sagte Hans Jürgen Cierzon.

Der neue Entsorgungsriese werde den mittelständischen Unternehmen den Zugang beispielsweise zu Müllverbrennungsanlagen erschweren und seine eigene Preispolitik auf den von ihm beherrschten Entsorgungsmärkten durchsetzen.

Mit einer Fusion wird beim bvse bereits gerechnet. „Wir erwarten, dass damit jedoch Auflagen verbunden sein werden. In gewissen Bereichen sind die beiden Unternehmen bereits zu stark, da wird ein gewisses Abspecken gefragt sein”, sagte bvse-Hauptgeschäftsführer Hans-Günter Fischer.

Mit Sorge sieht der Verband auch die von RWE begonnene Debatte zur Zerschlagung der getrennten Erfassung von Dualen Systemen. Fischer: „Es gibt derzeit kein besseres System als die getrennte Erfassung. Den Abfall in einer Tonne zu entsorgen, würde nicht nur die Sortierkosten erhöhen, sondern auch nicht den Qualitätsanforderungen der Abnehmer genügen.” Die getrennte Erfassung sei ökologisch und ökonomisch ein nicht überbietbares System.