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Köln: Möbel werden schlichter - und teurer

Köln : Möbel werden schlichter - und teurer

Beim Möbelkauf setzen die Deutschen immer mehr auf Qualität und Ästhetik. „Deutlich ist eine Abkehr von Ramsch und Plunder zugunsten der äußeren und inneren Werte eines Möbels.”

Dies sagte Dirk-Uwe Klaas vom Verband der Deutschen Möbelindustrie am Dienstag in Köln. „Pro Jahr wendet jeder Deutsche rund 500 Euro für die Gestaltung der eigenen vier Wände auf, davon etwa 370 Euro allein für Möbel.” Das ist Weltspitze.

Nach fünf schweren Jahren sieht sich die Branche im Aufschwung. So wurden in den ersten zehn Monaten 2006 Waren im Wert von 15 Milliarden Euro verkauft. Dies entspricht plus 5,9 Prozent. Allerdings müssten sich die Kunden jetzt auf Preissteigerungen von bis zu acht Prozent bei Wohn- und Schlafzimmermöbeln einstellen. Hintergrund seien die teilweise drastischen Kostensteigerungen beim Rohstoff Holz. Die ebenfalls höheren Energiekosten belasteten die Hersteller zusätzlich.

Das Design wird schlichter, die Möbel werden multifunktionaler und flexibler. Angesagt sind dunkle Hölzer, die mit Chrom oder Aluminium kombiniert werden. Darüber hinaus behaupten Buche, Esche und Birke ihre Position bei den Wohnmöbeln. Bei den Bezügen von Polstermöbeln geht der Trend zu Hochwertigem. Lila, Aubergine und Blau in allen Variationen sind die Farben der Saison.

Trendforscher haben vier Möbeldesign-Entwicklungen ausgemacht:

Beim „slow Design” steht die Kultivierung von echten oder nachgemachten Erbstücken im Vordergrund.

„Size Matters” steht für trendige, poppige Möbel im MTV-Stil, einschließlich der Rückkehr des Lümmelsofas.

Die „New Hybrids” kombinieren Möbel mit Technik. Die Hifi-Anlage wird Teil des Sofas, der Flachbildfernseher Teil des Schranks.

Bei „Design as Art” geht es den Kunden um die Bedeutung eines Möbelstücks als hochwertiges Einzelstück.