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Aachen: Mikrobiologin erhält den Aachener Ingenieurspreis

Aachen : Mikrobiologin erhält den Aachener Ingenieurspreis

Den diesjährigen Aachener Ingenieurspreis erhält die französische Professorin Emmanuelle Charpentier. Die Mikrobiologin hat eine Gen-Schere mitentwickelt, die unter anderem die Behandlung von genetischen Defekten und Erkrankungen wie Krebs greifbar macht.

Charpentier hat hierzu eine biochemische Methode beschrieben, um DNA gezielt zu schneiden und auch zu verändern. Diese ist günstiger, einfacher und schneller als bisherige Ansätze in den Biowissenschaften. In ihrer Forschung werden naturwissenschaftliche Erkenntnisse auch im ingenieurwissenschaftlichen Sinne angewandt. „Diese Entscheidung, Frau Charpentier auszuzeichnen, ist damit auch ein Signal, dass das Interdisziplinäre Zusammenwirken von verschiedenen Fachbereichen ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Ingenieurstätigkeit und der -wissenschaften ist“, erklärt der Vorsitzende des Beirats des Aachener Ingenieurspreises, Professor Udo Ungeheuer. Ihre Arbeit als Genetikerin habe durchaus den Charakter der Ingenieurskunst.

Auch der Rektor der RWTH, Ernst Schmachtenberg, sieht Charpentier als würdige Preisträgerin: „Wir ehren sie, weil sie mit ihrer bahnbrechenden Forschung in die Zukunft verweist und weil sie das Tor für die Bioingenieurwissenschaften weit aufgestoßen hat“, erklärt er.

Der Aachener Ingenieurspreis ist eine gemeinschaftliche Auszeichnung der RWTH und der Stadt Aachen und wird jetzt bereits zum fünften Mal verliehen. Gestiftet wird der Preis vom Verein Deutscher Ingenieure. Jedes Jahr wird eine Person ausgezeichnet, die mit ihrer Arbeit einen maßgeblichen Beitrag zur positiven Wahrnehmung oder auch der Weiterentwicklung der Ingenieurwissenschaften geleistet hat. Am Freitag, 7. September, wird Charpentier der Preis während einer Feier im Aachener Rathaus verliehen. Am Tag danach wird die Mikrobiologin die Hauptrede beim Graduiertenfest der RWTH vor rund 5000 Teilnehmern halten.

Emmanuelle Charpentier hat Biologie, Mikrobiologie und Genetik an der Universität Pierre et Marie Curie und am Institut Pasteur in Paris studiert, wo sie auch promovierte. Sie forschte unter anderem in den USA, Schweden und Österreich. Seit 2015 ist sie Direktorin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin und Gründungsdirektorin der sich noch im Aufbaubefindenden Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft von Krankheitserregern.

(red)