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Microsoft macht Chatrooms dicht

Microsoft macht Chatrooms dicht

München (dpa). Der US-Softwarekonzern Microsoft schließt in 28 Ländern seine Diskussionsforen im Internet, um die Verbreitung von Kinderpornografie und von unerwünschten Werbemails zu stoppen.

Zum 14. Oktober sollen die Chaträume des Microsoft-Netzwerks (MSN) in Europa, Asien und weiten Teilen Lateinamerikas geschlossen werden, teilte das Unternehmen gestern mit. "Wir wollen den Jugendschutz im Internet verbessern", sagte ein Konzernsprecher. "Es gibt zunehmend Leute, die Chaträume missbrauchen."

Einige Nutzer versuchten beispielsweise, mit zweifelhaften Absichten an Adressen von Jugendlichen zu kommen. Teilweise würden auch pornografische Bilder oder Links zu Internetseiten mit pornografischem Inhalt über die Chats verbreitet. "Kinderpornografie ist ein Grund, warum wir die Chats schließen", sagte der Sprecher. MSN-Vizepräsidentin Judy Gibbons begründete die Aktion mit dem Hinweis auf Spam-Mails. "Dadurch sind unsere Nutzer besser vor Spam geschützt."

Als Spam werden etwa Reklame-Mails bezeichnet, die unerwünscht im elektronischen Postfach eines Internetnutzers landen. Ein Alternativangebot wird Microsoft nach Auskunft des Sprechers nicht machen. Chat-Möglichkeiten gebe es bei Microsoft aber weiterhin über so genannte Groups auf privaten Homepages und über den MSN-Messenger, bei dem bis zu 14 Nutzer gleichzeitig miteinander kommunizieren können.