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Konjunkturumfrage der IHK Aachen: Mehr Firmen setzen auf Kurzarbeit

Konjunkturumfrage der IHK Aachen : Mehr Firmen setzen auf Kurzarbeit

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Aachen steht die Wirtschaft in der Region vor einer Rezession. Die Unternehmen wollen mit weniger Arbeit die Schwächephase überbrücken.

Die anhaltend schwache Konjunktur der deutschen Wirtschaft hinterlässt auch in der Region ihre Spuren. Jeder sechste Betrieb im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen erwartet in den kommenden Monaten schlechtere Geschäfte. Das sind doppelt so viele wie im Frühjahr, wie aus der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Aachen hervorgeht, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Der Geschäftsklimaindex sank demnach von 38 im Vorjahr auf nun 25. Das ist der niedrigste Wert für die Region seit 2014. IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer sagt: „Die regionale Wirtschaft steht an der Schwelle zur Rezession.“

Vor allem die Industrie blickt skeptisch auf die weitere Entwicklung, wie es in der IHK-Umfrage weiter heißt. Sehr gut sind hingegen die Aussichten in der Baubranche. Dort sind die Auftragsbücher nach wie vor prall gefüllt.

Als Reaktion auf die angespannte Lage greifen immer mehr Unternehmen in Deutschland auf Kurzarbeit zurück. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts hat es im noch laufenden September bereits in 5,5 Prozent der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe Kurzarbeit gegeben, im Juni seien es nur 3,8 Prozent gewesen. Das teilte das Forschungsinstitut am Donnerstag in München mit. In den kommenden drei Monaten gehen 12,4 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sie mit Hilfe der Kurzarbeit die Schwächephase überbrücken und trotz schwieriger Zeiten ihre Fachkräfte halten können.

Auch in der Region Aachen steigt die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeit einsetzen wollen. Wie die Arbeitsagentur Aachen auf Anfrage mitteilte, ist die Nachfrage nach Beratungen zu Kurzarbeit in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen.

Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren, bewertet Kurzarbeit grundsätzlich als positiv Mittel, da es Unternehmen die Möglichkeit biete, auch in schwierigen Zeiten Fachkräfte zu halten. „Aktuell gibt der Umfang der bisher tatsächlich realisierten und rückwirkend abgerechneten Kurzarbeit noch keinen Anlass zur Sorge“, sagt Käser. „Für die Zukunft gehen wir allerdings von einer steigenden Inanspruchnahme von Kurzarbeit aus.“

(ela/chr/dpa)