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Münster/Bonn: Marketing-Experte: Dopingskandal bringt Imageschaden für Telekom

Münster/Bonn : Marketing-Experte: Dopingskandal bringt Imageschaden für Telekom

Der Dopingskandal um Radrennsportler und Funktionäre des früheren Teams Telekom bringt aus unternehmerischer Sicht immensen Schaden für das Image des gesamten Konzerns mit sich. Nach Worten des Münsteraner Marketing-Experten Prof. Klaus Backhaus kann nur eine schnelle „schonungslose Offenlegung und eine Ehrlichkeitsstrategie” weiteren Schaden abwenden.

„Eine Salamitaktik mit weiteren stückchenweise zu Tage tretenden Einzelheiten ist unter Marketing-Gesichtspunkten das Schlimmste”, sagte der an der Universität Münster lehrende Ökonom. Für das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit sei es dabei unerheblich, ob sich die Vorwürfe auf das frühere Team Telekom oder das heutige T-Mobile-Team bezögen.

„In der Wahrnehmung der Menschen geht es letztlich um den Sport unter dem Dach des gesamten Unternehmens”, sagte der Wissenschaftler vom Marketing-Zentrum der Hochschule. Das Unternehmen müsse stärker von sich aus aktiv werden und eine „Kommunikationsstrategie” starten. Die Verantwortlichen dürften nicht nur reagieren, „wenn wieder einer umfällt”, sagte er mit Bezug auf die Geständnisse früherer Radrennprofis im einstigen Team Telekom.

Negative Auswirkungen für die Geschäfte der Deutschen Telekom sieht Backhaus allerdings nicht. „Dies zeigt etwa der Korruptionsfall bei Siemens. Auf die Bilanzen hat das keinen Einfluss. Dafür gibt es zu viele Einzelfaktoren.” Allerdings erhalte mit dem aktuellen Fall die Diskussion um grundsätzliche Werte in der deutschen Wirtschaft neue Negativ-Nahrung. „Auch hier geht es um die Verantwortlichkeit von Managern. Der Imageschaden ist so auch gesellschaftspolitischer Art.”