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Aachen/Düren: Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit auch in der Region

Aachen/Düren : Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit auch in der Region

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Region liegt im landesweiten Trend. Den leichten, saisonbedingten und damit erwartbaren Anstieg begründen Gabriele Hilger, Leiterin der Agentur für Arbeit Aachen, und ihre Dürener Kollegin Claudia Steinhardt ähnlich.

Nach dem Ende der Schul- oder Berufsausbildungen meldeten sich viele Jugendliche vorübergehend arbeitslos. Steinhardt: „Es handelt sich überwiegend um frisch ausgebildete Fachkräfte, die dringend gesucht werden und schnell zu vermitteln sind.” Hilger: „„Junge, qualifizierte Menschen sind aufgrund des immer größer werdenden Fachkräftebedarfs nach ihrer Ausbildung deutlich kürzer arbeitslos.”

Generell sei die Tendenz positiv zu bewerten. Dies zeigen die konkreten Zahlen. So stieg im Bezirk der Agentur Aachen die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen im Juli um 513 (plus 15,2 Prozent) auf 3896 Personen an. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe aber um sechs Prozent. Bei den über 25-jährigen Arbeitslosen war die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat insgesamt weiter rückläufig. Insgesamt waren Ende Juli 34 590 Menschen arbeitslos gemeldet, ein Rückgang von 480 Personen im Jahresvergleich, ein Plus von 402 Personen gegenüber dem Vormonat.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk Aachen steigt um 0,1 Prozentpunkte auf nun 8,6 Prozent. Es gab viel Bewegung: Rund 5900 Männer und Frauen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, 6300 meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos. 1870 konnten im Juli in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt einmünden. Die hohe Nachfrage der Arbeitgeber nach Fachkräften hält an: Die Agentur verzeichnete einen Zugang von 1821 Stellen für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Insgesamt sind derzeit 4965 offene Arbeitsstellen gemeldet.

Im Bezirk der Agentur Düren ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 69 Personen gestiegen. Betroffen sind insgesamt 10.872 Personen. Die Arbeitslosenquote ist von 8,1 Prozent im Vorjahr auf nun 8,2 Prozent gestiegen. Mit 181 Jugendlichen, die sich im Juli nach der Ausbildung arbeitslos gemeldet haben, liegt die Zahl unter dem Zugang des Vorjahres (212 Jugendliche). 1443 Arbeitslose unter 25 Jahren sind erfasst, 7,3 Prozent mehr als im Juni, 16,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der älteren Arbeitslosen ist mit 2655 nahezu konstant. Insgesamt meldeten sich 2042 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos, 17 mehr als im Vormonat. 1979 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 211 weniger als im Vormonat. Die Betriebe meldeten der Agentur für Arbeit Düren im Juli Vermittlungsaufträge für 507 Stellen, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

In ganz NRW waren im Juli 729 012 Menschen ohne Job, 8293 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf 8,1 Prozent. Generell entwickle sich der NRW-Arbeitsmarkt weiter gut, hieß es bei der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf. Verglichen mit Juli 2010 liege die Arbeitslosenzahl um fast 57.000 niedriger. Die Zunahme seit Juni sei ausschließlich auf den Anstieg bei Arbeitslosen unter 25 Jahren zurückzuführen. „Wenn man diese vorübergehende Entwicklung ausblendet, hat sich die Arbeitslosigkeit sogar weiter abgebaut”, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Christiane Schönefeld. Im August könnten die Arbeitslosenzahlen noch einmal leicht steigen. Aber: „Es spricht unverändert viel dafür, dass wir im Herbst weniger als 700.000 Arbeitslose haben werden”, sagte Schönefeld.