Nürnberg/Düsseldorf: Leichte Entspannung am Arbeitsmarkt in der Region

Nürnberg/Düsseldorf: Leichte Entspannung am Arbeitsmarkt in der Region

„Die Krise belastet zwar weiterhin den Arbeitsmarkt, es gibt aber durchaus auch positive Signale.” So bewertete am Donnerstag Matthias Kaschte, Leiter der Arbeitsagentur Aachen, die aktuellen, von der neuen Statistikmethode beeinflussten Arbeitsmarktzahlen. Denn im Bezirk der Agentur für Arbeit Aachen wurde im Mai ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat verzeichnet.

Der Rückgang um 608 Personen bewege sich im erwarteten Rahmen, so Kaschte.

Die Zahl der Arbeitslosen liegt aufgrund der nur schwachen Frühjahrsbelebung weiterhin über der des Vorjahres (plus 1403). Aktuell waren Ende Mai 38.253 Menschen im gesamten Bezirk arbeitslos gemeldet.

Die Quote sank von 9,8 Prozent auf 9,6 Prozent. Im Jahresvergleich liegt sie 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Bereich des Agenturbezirks Düren ging die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Mai erstmals seit fünf Monaten wieder geringfügig zurück. Insgesamt waren 11.196 Menschen arbeitslos, 81 Personen weniger als im April.

Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit insgesamt um 814 Personen oder um 7,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 8,5 Prozent. Es sei verfrüht, von einer echten Trendwende zu sprechen, weil die Verbeserung verglichen mit den Vorjahren ungewöhnlich gering ausgefallen sei, kommentierte Harald Küst, Geschäftsführer Dürener Agentur, die Zahlen. Gleichwohl seien erste zaghafte Anzeichen einer konjunkturellen Erholung da.

Auch in ganz NRW bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Die Zahl der Arbeitslosen sei zwar leicht gefallen, doch die Kurzarbeit habe stark zugenommen, teilte die NRW-Regionaldirektion in Düsseldorf mit. Insgesamt waren im Mai landesweit 812.030 Erwerbslose gemeldet, knapp 9500 weniger als im April. Die Quote verringerte sich um 0,2 Punkte auf neun Prozent. Gegenüber Mai 2008 erhöhte sich die Zahl allerdings deutlich um knapp sechs Prozent oder 45.000 Erwerbslose.

Unterdessen explodierte die Zahl der Kurzarbeiter. Bis März standen in NRW 7800 Betriebe mit gut 243.000 Beschäftigten in Kurzarbeit. Ende 2008 waren es erst 1630 Unternehmen mit 48.500 Mitarbeitern. Weitere 3200 Betriebe mit 60.000 Beschäftigten meldeten im Mai Kurzarbeit an. „Die Kurzarbeit entlastet den Arbeitsmarkt in hohem Maße”, erklärte die Leiterin der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Christiane Schönefeld.

Im Agenturbezirk Aachen wurden bis zum 22. Mai 114 Anzeigen für Kurzarbeit erfasst, 1592 Personen sind betroffen. Für den Mai werden hochgerechnet 150 Anzeigen über Kurzarbeit für rund 2140 Personen erwartet, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat. Dies ist auch im Bezirk Düren der Fall. Hier wurden bis zum 25. Mai 32 Anzeigen für Kurzarbeit erfasst mit 460 betroffenen Arbeitnehmern.

Auch Schönefeld warnte davor, die leichte Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt überzubewerten. Sie sei lediglich ein Signal, dass sich die Talfahrt der Wirtschaft vorübergehend abgebremst habe. „Es ist keine Entwarnung, eher die Ruhe vor dem Sturm”.

Inzwischen ist die Krise auch auf dem Ausbildungsmarkt angekommen. Derzeit suchen 55.800 Jugendliche in NRW eine Lehrstelle bei einem Angebot von 30.200 Stellen. Das seien zu diesem Zeitpunkt zwar knapp 2000 Bewerber weniger als vor einem Jahr. Aber damals habe es im gesamten Ausbildungsjahr auch gut 8000 junge Menschen mehr gegeben, die einen Ausbildungsplatz suchten. Mit gut acht Prozent liegt das Platzangebot 2009 zudem erheblich niedriger als 2008.