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Aachen: Lehrstellen: Der Endspurt bietet Chancen

Aachen : Lehrstellen: Der Endspurt bietet Chancen

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres sieht die Lage alles andere als rosig aus.

Im Kammerbezirk Aachen ist die Zahl der Jugendlichen, die noch keine passende Lehrstelle gefunden haben gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf 1617 geklettert, während die Zahl der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze um 15 Prozent auf 6568 zurückging.

Dennoch gehen die Vertreter von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer davon aus, bis zum Jahresende am Ausbildungsmarkt „noch mit einem blauen Auge” davonzukommen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes hofft, dass die Region Aachen sich, wie in den Vorjahren, von der bundesweiten negativen Trend absetzen kann.

Zum Jahresende schätzt er die Zahl der unversorgten Jugendliche im IHK-Bereich auf zwei bis drei Prozent, während Arnd Katterbach, Geschäftsführer der Handwerkskammer für seinen Bereich von acht Prozent ausgeht.

Nach den am Freitag vorgelegten Zahlen ist die Zahl der Lehrstellenbewerber bis zum 30. August mit 8118 im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Dem standen 6569 Stellen gegenüber. 1617 Jugendliche hatten zum Stichtag noch keine Lehrstelle gefunden. Gleichzeitig waren 993 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.

Für den Aktionstag der beiden Kammern waren 1150 noch unversorgte Jugendliche aus Stadt und Kreis Aachen angeschrieben worden, um sich über das in den letzten Tagen noch eingegangene Lehrstellenangebot zu informieren.

Bis 11.30 Uhr waren 92 Jugendliche eingetroffen, denen 16 Berater zur Verfügung standen. In der „Endspurt-Aktion” der Kammern waren noch 160 offene Stellen für die Region Aachen zusammengetragen worden.

Am Montag findet der Aktionstag von 9 bis 13 Uhr in der Leonardskapelle in Erkelenz statt, am Dienstag von 9 bis 13 Uhr im Arbeitsamt Düren.

Auch bei dieser Gelegenheit werden den Jugendlichen freie Ausbildungsstellen in der jeweiligen Region genannt, die in den letzten Wochen neu gemeldet wurden.

Drewes betonte, eine endgültige Bilanz des Ausbildungsjahres könne erst zum Jahresende gezogen werden, weil zuvor noch sehr viel Bewegung am Markt sei.

Schon jetzt sei festzuhalten, dass trotz der konjunkturelle Schwäche und des Ertragsverfalls in der Wirtschaft von einem „Kraftakt der Industrie” gesprochen werden müsse.

Viele Firmen hätten auf die persönliche Ansprache durch die Kammern „verantwortungsbewusst reagiert” und Ausbildungsplätze bereit gestellt.

Die Politiker, die jetzt mit der „Keule” Ausbildungsabgabe drohten, würden damit das Gegenteil erreichen.