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Düsseldorf: Lambertz-Bänder laufen schneller

Düsseldorf : Lambertz-Bänder laufen schneller

Die Aachener Lambertz-Gruppe baute im Geschäftsjahr 2002/03 ihre Position als einer der führenden deutschen Gebäckhersteller aus.

Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 416 Mill. Euro, der Anteil an Ganzjahresgebäck kletterte auf 62 Prozent und das Geschäft im ersten ausländischen Produktionsstandort in Polen nahm rasant zu. Die Mitarbeiterzahl in den sechs Werken stieg um 110 auf 3515.

Der Umsatzanstieg, so Alleininhaber Dr. Hermann Bühlbecker am Donnerstag in Düsseldorf, gehe vor allem auf die erfolgreichen Genzjahresgebäcke und das Werk im polnischen Kattowitz zurück. Dort sind inzwischen 240 Mitarbeiter beschäftigt, die ausschließlich für die osteuropäischen Märkte produzieren.

In der jetzt anlaufenden Printen- und Lebkuchen-Saison können die Verbraucher mit stabilen Preisen rechnen. Die im Frühjahr angekündigte Preiserhöhung um fünf Prozent konnte zwar durchgesetzt werden, wurde vom Handel aber wegen des harten Wettbewerbs nicht an die Kunden weitergegeben.

Wegen des starken Anstiegs der Rohstoffpreise konnten die Erträge nicht mit dem Umsatzwachstum Schritt halten. Genauere Angaben zur Ertragslage machte Bühlbecker nicht.

Auch für das laufenden Geschäftsjahr rechnet die Gruppe mit einem Umsatzplus von zehn Prozent - auch wenn der Jahrhundertsommer im ersten Quartal deutliche Spuren hinterlassen hat.

Wegen der Hitze hatten die Verbraucher kaum Appetit auf Backwaren; bei Lambertz machte sich das im Juli und August mit einem zweistelligen Umsatzrückgang bemerkbar. „Wir hoffen nun, dass der Herbst nicht allzu warm wird, da sonst der Verkauf von Lebkuchen leidet”, erläuterte Bühlbecker.

Beim Tochterunternehmen Kinkartz in Würselen, das seit 1999 zur Gruppe gehört, sei die Sortimentsbereinigung abgeschlossen und der Umsatz mit 32,5 Millionen Euro konstant. Statt früher 65 werden nur noch 15 Artikel geführt, wobei die Dominosteine zulegten.

Insgesamt produziert die Gruppe pro Jahr nach eigenen Angaben 600 Millionen Gebäckpackungen mit mehr als zehn Milliarden einzelnen Keksen und Printen. Statistisch gesehen verzehrt jeder Bundesbürger pro Jahr 115 Kekse oder Printen aus der Lambertz-Gruppe.