Krise in der Automobilindustrie: Kurzarbeit bei Schumag angekündigt

Krise in der Automobilindustrie : Kurzarbeit bei Schumag angekündigt

Die Schumag AG hat für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, wie das Aachener Unternehmen am Montag mitteilte. Grund dafür seien deutlich spürbare Umsatzrückgänge, die der Hersteller von Präzisionsteilen für Motoren vor allem bei Großkunden in den USA und Asien verzeichnet.

Derzeit arbeiten rund 380 Mitarbeiter bei dem Traditionsunternehmen. Betriebsbedingte Kündigungen seien aber derzeit nicht geplant, hieß es in der Mitteilung weiter.

Das Unternehmen ist seit Jahren in den Schlagzeilen und musste in der Vergangenheit auch betriebsbedingte Kündigungen verkraften. Noch im Frühjahr dieses Jahres  musste Schumag erneut 36 Mitarbeiter entlassen. Die sinkenden Verkaufszahlen von Diesel-PKW schlugen sich auf das Geschäft nieder. Die Schumag AG stellt unter anderem Einspritzdüsen für Automobilzulieferer wie etwa Bosch und Continental her.

Im vergangenen Jahr war das Unternehmen von drei Investoren aus Aachen und Eupen übernommen worden. Der neue Aufsichtsratschef Dirk Daniel sagte im Juli im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Unternehmen zweistellige Millionensummen investiert müsse, um überhaupt wettbewerbsfähig bleiben zu können.

Unterdessen kann Achim Schyns, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Aachen, mit der Entscheidung für Kurzarbeit gut leben: „Ich bewerte das als positives Zeichen, dass man diesen Weg wählt, anstatt Mitarbeiter zu entlassen.“ Der neue Schumag-Vorstand sei aus Gewerkschaftssicht sehr bemüht, neue Aufträge an Land zu ziehen. Und da sehe es auch ganz gut aus. Insgesamt sei Schumag aktuell „doppelt gebeutelt“, erklärte Schyns am Montag gegenüber unserer Zeitung. Zum einen wegen wegbrechender Aufträge aus der kriselnden Automobilindustrie, zum anderen wegen einer in diesem Segment ohnehin schlechteren Auftragslage. Er hoffe dennoch, dass Schumag die Wende schaffe.

Konzentration auf E-Mobilität

Die IG Metall hatte jüngst einen Sanierungstarifvertrag mit dem Aachener Traditionsunternehmen ausgehandelt und unterschrieben.

Mittlerweile konzentriert sich die Schumag verstärkt auf die Elektromobilität sowie auf das Kerngeschäft: Die Herstellung von Präzisionsteile für Großmotoren, beispielsweise in Schiffen, LKW oder großen Spezialfahrzeugen. Allerdings kommen die wichtigsten Abnehmer in diesem Bereich aus China und den USA. Der (noch) ungelöste Zollstreit sorgt in den USA (s. vorherige Seite) für einen Absatzrückgang, die Aufträge aus den Vereinigten Staaten gehen – zumindest derzeit – zurück.

(red/stm)
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