Kreissparkasse Heinsberg schließt ein Drittel aller Filialen

Truck statt Bank : Kreissparkasse Heinsberg schließt 13 von 39 Filialen

Ein Drittel aller Filialen der Kreissparkasse Heinsberg wird zum 1. April geschlossen. Das teilte Sparkassen-Chef Thomas Giessing bei der Bilanz-Pressekonferenz in der KSK-Hauptstelle in Erkelenz mit. Stattdessen soll künftig ein Sparkassen-Truck, eine rollende Filiale, in den Orten für die Kunden zur Verfügung stehen.

Den großen Knall hatten sich Thomas Giessing, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, und sein Stellvertreter Richard Nouvertné für das Ende Bilanz-Pressekonferenz in der KSK-Hauptstelle in Erkelenz aufgehoben. Hatten beide im ersten Teil von einem erfolgreichen Jahr 2018 und einem trotz schwieriger Rahmenbedingungen zufriedenstellenden Geschäftsergebnis berichtet, überraschten sie anschließend mit der Ankündigung, bereits zum 1. April ganze 13 von bislang 39 personenbesetzten Filialen im Kreis Heinsberg zu schließen.

Sieben davon werden in SB-Filialen umgewandelt. Statt der stationären Zweigstellen will das Geldinstitut eine „rollende Filiale“, einen Sparkassentruck, in den Orten, in denen die Sparkasse zuvor vor Ort war, auf den Weg bringen. Betriebsbedingte Kündigungen solle es allerdings nicht geben, die Mitarbeiter in den betroffenen Filialen würden auf Nachbarstandorte verteilt, versicherte Giessing. Einige der betroffenen Filialen waren bereits in der Vergangenheit nur noch temporär, an eineinhalb Tagen pro Woche, geöffnet, erläuterte Giessing.

„Mit den Filialschließungen und der neuen rollenden Filiale, dem Online-Banking und Service-Center reagiert die Kreissparkasse auf das veränderte Kundenverhalten“, erklärte der Sparkassen-Chef. Dieses geänderte Kundenverhalten und das niedrige Zinsniveau machten einen Großteil der schon eingangs erwähnten „schwierigen Rahmenbedingungen“ aus.

Dennoch erwartet das Geldinstitut mit einer Bilanzsumme von 3,6 Milliarden Euro wieder ein Jahresergebnis mit einem Überschuss nach Steuern in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Unter diesen Umständen könne man stolz sein, so Giessing, erneut eine Ausschüttung in Höhe von 800.000 Euro für den Kreis Heinsberg und 200.000 Euro für die Stadt Erkelenz vornehmen zu können.

Truck statt Filiale: Sparkassen-Chef Thomas Giessing und sein Kollege Richard Nouvertné setzen für die Zukunft auf eine rollende Filiale. Foto: Nicola Gottfroh

„Die stabile Konjunktur im Kreis Heinsberg und das daraus resultierende gute Ergebnis bei der Risikobewertung im Kreditgeschäft konnten größere Belastungen des Ergebnisses durch den weiter gesunkenen Zinsüberschuss verhindern“, bilanzierte der Vorstandsvorsitzende und betonte: „Sollte sich die Konjunktur im Kreis Heinsberg abschwächen und auch die Unternehmen belasten, kann unser Jahresergebnis trotz der funktionierenden Verfahren unter Druck geraten.“

Weiteres Wachstum

Im Anlagegeschäft konnte sein Kollege Richard Nouvertné dann aber zunächst weiteres Wachstum melden. Im Jahr 2018 wurde ein Plus von 135 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro verbucht. Auch die Zahl der Girokonten ist im vergangenen Jahr um 1.650 gestiegen, so dass nun 108.200 Menschen im Kreis eines bei der Sparkasse besitzen.

Auch im Kreditgeschäft berichtete Nouvertné von starkem Wachstum. Mit einem Plus von rund 55 Millionen Euro bei den Krediten an Kunden stieg der Bestand auf über 2,7 Milliarden Euro. Über 470 Millionen Euro konnte die Sparkasse im vergangenen Jahr an Darlehen zusagen – ein Wachstum in Höhe von 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fast 250 Millionen Euro wurden davon für den Wohnungsbau verwendet.

Die Filialen in Doveren, Holzweiler, Kirchhoven, Kleingladbach, Schwanenberg und Teveren werden geschlossen. In SB Filialen umgewandelt werden die Filialen in Birgelen, Haaren, Höngen, Marienberg, Scherpenseel, Süsterseel und Wassenberg-Oberstadt. Die bisherigen SB-Filialen in Immendorf, Golkrath und Myhl werden komplett geschlossen.