1. Wirtschaft

Aachen: Konjunktur in der Region „zieht enorm an”

Aachen : Konjunktur in der Region „zieht enorm an”

Die Konjunktur in der Region Aachen „zieht enorm an”. Das sagte der Vorstandschef der NRW.Bank, Düsseldorf/Münster, Ulrich Schröder am Montag in Aachen. Das Institut, 2002 aus der damaligen Westdeutschen Landesbank (WestLB), Düsseldorf, abgespalten, ist die Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen.

Für diese Einschätzung spricht die Nachfrage nach Fördermitteln in der Stadt Aachen und im Kreis Aachen, die „nach starken Zuwächsen” schon im Vorjahr im 1. Halbjahr erneut deutlich zugelegt hat.

Der Aachener Raum habe sich nicht zuletzt durch die Hochschulen zu einem Zentrum für technologische Innovationen entwickelt.

So wurden im 1. Halbjahr Exiszenzgründern und mittelständischen Unternehmen 47, Millionen Euro zugesagt, plus 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere Dienstleister und das verarbeitende Gewerbe hatten einen höheren Finanzierungsbedarf. Die Zahl der geförderten Gründer verdreifachte sich im Berichtszeitraum auf 36, die Fördersume stieg von 1,3 Millionen auf 4,7 Millionen Euro.

Gründer und Mittelständler „schauen weiter sehr optimistisch in die Zukunft”, sagte Schröder. Die Gründer, so der Chef-Wirtschaftsförderer der Stadt Aachen, Manfred Sicking, seien die „Triebfedern” für Wachstum und Beschäftigung, die kleinen und mittleren Unternehmen „das Rückgrat” der regionalen Wirtschaft.

Bei den Existenzgründungen, so Sicking, sei das große Potenzial etwa an der RWTH Aachen „noch nicht ausgeschöpft”. Neben den drei regionalen Kernkompetenzfeldern Automobil-, Medzin- und Energietechnik müsse auch der Bereich Kreativwirtschaft beackert werden, das GründerZentrum Kulturwirtschaft bei der Handwerkskammer Aachen sei erst ein Anfang, unterstrich Sinking.

Die NRW.Bank gibt die Fördermittel über die Hausbank des Kunden aus, die darauf eine Marge erhebt. Zugleich übernehmen die Düsseldorfer einen Teil des Risikos. „Wichtigster Topf” ist die bundeseigene KfW (früher Kreditanstalt für Wiederaufbau), Frankfurt, deren Gelder, sofern sie über die Sparkassen abfließen, die NRW.Bank aus eigenen Erträgen (der „Förderdividende”) verbilligt. es seien dann „veredelte KfW-Produkte”, erläuterte Schröder.

Damit leiste die Förderbank des Landes „einen Beitrag zu Wirtschaftswachstum und Strukturwandel” in Nordrhein-Westfalen.

Es sind meist zinsgünstige Bankprodukte wie das „Flaggschiff” NRW.BankMittelstandskredit, weniger Zuschüsse wie früher üblich.

Unter dem Strich gingen 71,8 Millionen Euro in die StädteRegion Aachen nach 75,9 Millionen Euro im Vorjahr.

Während sich die Individualförderung (Wohnungsmodernisierung, Studienkredite) gegen den Landestrend leicht auf 22,4 Millionen Euro erhöhte, blieb die Infrastrukturförderung - etwa der kommunalen Abwasserbeseitigung - unter dem Vorjahrsergebnis. Das Düsseldorfer Institut ist der größte Kommunalfinanzierer.

Unter dem Strich gab die NRW.Bank von Januar bis Juni landesweit knapp 3,6 Milliarden Euro (plus 18,2 Prozent) heraus, davon alleine fast 1,5 Milliarden (plus 54,7 Prozent) an Gründer und Mittelständler.