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Lambertz: Kompromiss im Zollstreit hilft auch deutschen Gebäckherstellern

Lambertz : Kompromiss im Zollstreit hilft auch deutschen Gebäckherstellern

Der Kompromiss von EU und USA im Streit über Strafzölle hat auch bei deutschen Süßwarenherstellern wie Lambertz und Winzern für Erleichterung gesorgt.

Die Einigung sei ein positives Ergebnis für die US-Verbraucher und die Sicherung der heimischen Arbeitsplätze, teilte der Gebäckhersteller Lambertz aus Aachen am Mittwoch mit. Für das Familienunternehmen mit seinem Sortiment an Printen, Christstollen und Lebkuchen ist der US-Markt das wichtigste Exportland außerhalb der EU. Lambertz habe unter den Strafzöllen besonders gelitten, teilte das Unternehmen mit.

Man sei erfreut, dass man die Aktivitäten in den USA, mit denen über die Jahre auch erhebliche Investitionen und neue Arbeitsplätze verbunden gewesen seien, nun wieder fortsetzen könne. „Die Sanktionen haben schon für eine erhebliche Verunsicherung im Verhältnis zwischen dem US-Handel und uns geführt, das bis dato immer kooperativ und für beide Seiten gewinnbringend war“, kommentiert Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter der Lambertz-Gruppe. „Mit der gestrigen Entscheidung können wir den gemeinsamen Erfolgskurs nun wieder fortsetzen und auch neue Ziele fokussieren. Zu diesem Kurswechsel mag wohl auch die Erkenntnis beigetragen haben, dass Strafzölle kontraproduktiv sind.“

Die USA hatten im Streit über die Subventionen für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing im Oktober 2019 einen Strafzoll von 25 Prozent auf gesüßte Kekse und Waffelprodukte verhängt, die in Deutschland produziert und in die Vereinigten Staaten exportiert werden. Die davon betroffenen Unternehmen hätten 2020 mengenmäßig gegenüber dem Vorjahreszeitraum 7,6 Prozent ihrer Ausfuhren verloren, hatte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie mitgeteilt.

Auch auf Riesling gibt es vorerst keine Strafzölle mehr. „Eine sehr gute Nachricht für unsere Branche“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Weinexporteure, Gerhard Brauer, am Mittwoch. Winzerinnen und Winzer könnten durch die langfristige Aussetzung der Strafzölle aufatmen und wieder besser planen.

Die USA seien für Weine aus deutschen Anbaugebieten mit Abstand der größte Exportmarkt, sagte Brauer laut Mitteilung. Die von den USA verhängten Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf EU-Weine hätten im vergangenen Jahr zu einem Einbruch der Exporte insbesondere deutscher Weißweine von rund 20 Prozent geführt. EU-weit seien die Exporte sogar um 54 Prozent zurückgegangen. Winzerinnen und Winzer hofften jetzt auf eine endgültige Lösung des Zollstreits.

Die EU und die USA hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die gegenseitig verhängten Strafzölle für fünf Jahre ausgesetzt werden. Betroffen von den Zöllen waren nicht nur die deutschen Gebäck- und Wein-Exporteure, sondern auch Verarbeiter von US-Rohwaren wie Pistazien und Erdnüssen.

(dpa)