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Düsseldorf: Kommunen stärken Sparkassen den Rücken

Düsseldorf : Kommunen stärken Sparkassen den Rücken

Im Streit um die WestLB, Düsseldorf, beharrt der Städte- und Gemeindebund NRW auf einer klaren Aufgabentrennung zwischen Sparkassen und Landesbank.

„Das flächendeckende Geschäft mit dem privaten Kunden ist nicht Angelegenheit der WestLB und sollte es auch künftig nicht sein”, sagte Präsident Heinz Paus am Donnerstag. Die von der Landesregierung angedachte vertikale Verflechtung zwischen WestLB und Sparkasen gefährde die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Institute.

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Finanzminister Helmut Linssen (beide CDU) hatten kritisiert, dass die WestLB kein erfolgversprechendes Geschäftsmodell habe.

Die Landesbank Baden-Württemberg, die sich um eine Fusion mit der WestLB bemüht, ist dagegen im Privatkundengeschäft tätig. Eine Vertikalisierung, bei der die Sparkassen zu Filialen der Landesbank würden, lehnen die Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen strikt ab.

Die WestLB hat im 1. Halbjahr durch fehlgeschlagene Aktienspekulationen mehr als 600 Millionen Euro verloren und erstmals seit Jahren rote Zahlen geschrieben: minus 170 Millionen Euro. Vor Steuern belief sich der Verlust auf 38 Millionen.

Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand einen Gewinn vor Steuern. Hintergrund der roten Zahlen sind Fehlspekulationen der WestLB im Eigenhandel - dem Kauf von Wertpapieren auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Die Gesamtbelastung beläuft sich auf 604 Millionen Euro.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Fehlspekulationen mittlerweile gegen den gesamten damaligen Vorstand der Bank.