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Düsseldorf: Kerngesund trotz Konjunkturflaute

Düsseldorf : Kerngesund trotz Konjunkturflaute

Die deutsche Gesundheitswirtschaft trotzt der allgemeinen Konjunkturflaute mit glänzenden Wachstumsraten.

Die Hersteller von Medizintechnologie rechnen für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus gegenüber 2003 von sechs Prozent auf 13 Milliarden Euro, wie die Branche anlässlich der bevorstehenden weltgrößten Medizinfachmesse „Medica” am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte.

Der Gesamtmarkt für Medizintechnologie und -produkte soll um vier Prozent auf 19 Milliarden Euro zulegen. Ihr Wachstum fährt die Medizintechnik derzeit allerdings ausschließlich im Ausland ein. Elf Prozent Zuwachs 2004 dort steht eine „Nullrunde” auf dem Inlandsmarkt entgegen.

Hoher Nachholbedarf

Während die deutsche Medizintechnik damit Exportweltmeister sei, hätten sich die gesundheitspolitischen Reformen in Deutschland dagegen als Konjunkturbremse erwiesen, hieß es. Dabei gebe es in den deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen einen Investitionsstau von bis zu 15 Milliarden Euro, um diese auf den technisch neuesten Stand zu bringen, schätzt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrieverbandes für optische, medizinische und mechatronische Technologien, Sven Behrens.

„Doch statt auf neue Technik zu setzen, steht bei den Kostenträgern die wirtschaftlich zum Teil nicht mehr vertretbare Reparatur von alten Produkten im Mittelpunkt.”

Wichtigster Arbeitgeber

Dennoch prognostizieren Experten dem deutschen Gesundheitswesen nicht zuletzt wegen der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung gute Wachstumsperspektiven. Mit rund 4,5 Millionen Beschäftigten - davon rund eine Million in Nordrhein-Westfalen - ist die Branche nach „Medica”-Angaben schon jetzt der bundesweit wichtigste Arbeitgeber.

Allein 1,1 Millionen Beschäftigte zählen die bundesweit 2221 Krankenhäuser mit einem Umsatzvolumen von 64 Milliarden Euro, die damit mehr Mitarbeiter haben als die Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen zusammen.

Auf der „Medica” zeigen vom 24. bis 27. November in Düsseldorf mehr als 4000 Aussteller aus 67 Ländern das komplette Angebot an Produkten, Verfahren und Dienstleistungen für die stationäre und ambulante medizinische Versorgung - von High-Tech für Diagnose und Operationssaal bis hin zum Wundpflaster.

Erwartet werden auf der „Medica” mehr als 150.000 Fachbesucher, die sich zudem auf mehr als 1300 angebotenen Seminaren umfassend über das Thema Medizin informieren können.