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Düsseldorf: „Keine Spaltung”in Betrieben

Düsseldorf : „Keine Spaltung”in Betrieben

Die nordrhein-westfälischen Arbeitgeber lehnen exklusive Regelungen für Mitglieder der IG Metall in Tarifverträgen ab.

Dies sagte NRW-Arbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke am Dienstag in Düsseldorf.

Am Vortag hatte die IG Metall Nordrhein-Westfalen angekündigt, dass es künftig in neuen Tarifverträgen Sonderkonditionen für gewerkschaftlich Organisierte geben werde. Dazu zählen neben höherem Entgelt mehr Urlaub, bessere Altersvorsorge oder höhere vermögenswirksame Leistungen, so der Leiter des IG-Metall-Bezirks NRW, Detlef Wetzel. Nach Gewerkschaftsangaben sind bereits erste Haustarifverträge mit solchen Sonderklauseln in NRW abgeschlossen worden.

Maier-Hunke, der auch Vizepräsident der NRW-Netallarbeitgeber ist, betonte dagegen: „Es wird solche Tarifverträge mit uns nicht geben.” Der Verband akzeptiere „keine Spaltung unserer Belegschaften und keine Regelungen, die das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit verletzen”.

Nach Einschätzung der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di werden mit den Trend zu Haustarifverträgen in NRW Gewerkschaftsmitglieder aber bessere Karten als die unorganisierten Kollegen haben. „Es wird sehr viele betriebliche Auseinandersetzungen geben. Das ist der Trend”, sagte der Sprecher des Ver.di-Bezirkes NRW, Günter Isemeyer, am Dienstag.

Nur für Mitglieder

Der traditionelle Flächentarifvertrag für eine gesamte Branche werde von Seiten der Arbeitgeber zu Gunsten betrieblicher Regelungen zurückgedrängt. „Wir verhandeln für unsere Mitglieder”, betonte Isemeyer. Dies sei nichts Neues, sondern ein Gewerkschaftsgrundsatz seit mehr als 100 Jahren.

In der Vergangenheit hätte die Unternehmer in der Regel aber auch den Arbeitnehmern, die nicht Mitglied der Gewerkschaft sind, die Tariferhöhung aus Gründen des sozialen Friedens zugebilligt. Heute gebe es den Automatismus der Gleichbehandlung aller Beschäftigten durch den Arbeitgeber aus Kostengründen nicht mehr in jedem Fall.

Die Ankündigung der Schwesterorganisation IG Metall NRW ei begrüßenswert. „Wir sehen das in NRW grundsätzlich positiv”, sagte der Ver.di-Sprecher. „Das ist eine Möglichkeit, den Arbeitnehmern klar zu machen, wofür Gewerkschaften gut sind.”

Es gehe dabei aber nicht darum, andere Arbeitnehmer schlechter zu stellen. „Sie sind abhängig vom Wohlwollen des Arbeitgebers”, unterstrich der ver.di-Sprecher.