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Aachen: Kaum Einschnitt bei Investitionen

Aachen : Kaum Einschnitt bei Investitionen

Die Wirtschaft der Region Aachen ist überdurchschnittlich stark im Export engagiert. Der Anteil lag in den ersten acht Monaten des Jahres bei 45 Prozent und erreichte damit einen absoluten Rekordwert. In einem Gespräch mit Ulrich Kölsch skizziert der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen, Jürgen Drewes, die Entwicklung.

Wenn jetzt eine internationale Wirtschaftskrise droht, sind dann die Unternehmen der Region davon besonders stark betroffen?

Drewes: Die Auswirkungen auf die Region sind von Branche zu Branche stark unterschiedlich. Die Automobilzulieferer wird es sicher stärker treffen als etwa den Maschinen- und Anlagenbau. Das Papiergewerbe und die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren hatten schon in der Herbstumfrage der Kammer vor zwei Monaten rückläufige und damit unterdurchschnittliche Exporterwartungen gemeldet.

In welchen Wirtschaftsräumen sind die hiesigen Firmen vor allem tätig und in welchen Währungen wird überwiegend fakturiert?

Drewes: Mehr als 65 Prozent der Exporte haben die EU-Länder als Ziel und werden dementsprechend in Euro abgerechnet. Der amerikanische Markt ist bei uns nicht so bedeutend wie im übrigen Land Nordrhein-Westfalen. Natürlich spielt der Dollar für Märkte im Nahen Osten und Asien eine Rolle.

Wie ist die Versorgung der hiesigen Unternehmen mit Krediten?

Drewes: Um es klar zu sagen: Eine Kreditklemme gibt es im Moment noch nicht. Bestehende Kreditlinien werden verlängert oder erweitert. Allerdings melden die Unternehmen eine Verschlechterung der Konditionen. Das kann sich aber schnell ändern, wenn einzelne größere Banken, die nicht unter den „Schirm” der Bundesregierung gehen wollen, in ihrer Vergabepraxis restriktiver werden. Eine solche Entwicklung können wir leider nicht ausschliessen.

Wie beurteilen die Unternehmen die Investitionsabsichten im nächsten Jahr?

Drewes: Da zeigt die Blitzumfrage der Kammer keine größeren Veränderungen zur Herbstumfrage. Da bereits insgesamt rückläufige Geschäfte erwartet wurden, hatten die Unternehmen ihre Investitionsabsichten schon zurückgefahren. Wir erwarten, dass die Ersatz- oder Rationalisierungsinvestitionen weiter wie geplant vorgenommen werden.