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IG Metall: Kaufpreis darf bei Thyssenkrupp-Aufzügen nicht entscheiden

IG Metall : Kaufpreis darf bei Thyssenkrupp-Aufzügen nicht entscheiden

Bei einem Verkauf der Aufzugssparte des Thyssenkrupp-Konzerns darf nach Ansicht der IG Metall nicht die Höhe des Kaufpreises den Ausschlag geben.

Entscheidend seien Sicherheiten für Beschäftigte, Standorte und die übrigen Teile des Stahl- und Industriekonzerns, sagte der NRW-Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft, Knut Giesler, am Dienstag in Düsseldorf.

Thyssenkrupp will sich ganz oder in Teilen von der profitablen Aufzugssparte trennen, um den Konzernumbau fingieren zu können. Dazu wird auch ein Börsengang geprüft. Eine Entscheidung soll bis zum Ende des ersten Quartals fallen, möglicherweise schon Ende Februar.

Der finnische Konkurrent Kone hat am Dienstag bestätigt, ein Angebot für die Aufzugssparte abgegeben zu haben. Es handele sich um eine nicht-bindende Offerte, erklärten die Finnen. An der Börse in Helsinki wurde der Handel mit Kone-Aktien am Abend ausgesetzt.

Zum Angebotspreis äußerte sich Kone nicht. Der Wert der Offerte liege aber nahe dem Wert, der in Medien kolportiert werde, hieß es. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet, dass Kone zusammen mit dem Finanzinvestor CVC rund 17 Milliarden Euro geboten und damit das höchste Angebot für die Thyssenkrupp-Aufzugssparte abgegeben habe. Ein Thyssenkrupp-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Die Gespräche mit Thyssenkrupp seien nicht-exklusiv, hieß es von Kone. Es gebe keine Gewissheit, dass es zu einer Transaktion kommen werde. Am Montag war die Frist zur Vorlage einer Offerte für Wettbewerber der Aufzugsparte ausgelaufen. Finanzinvestoren hatten ihre Angebote bereits früher vorlegen müssen. Die Aktie von Thyssenkrupp schloss am Dienstag mit einem Plus von über fünf Prozent.

Bei einem möglichen Verkauf an Kone sieht Gewerkschaftler Giesler, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Aufzugssparte ist, kartellrechtliche Probleme, da mit großem Abstand die Nummer eins auf dem Aufzugsmarkt entstehen würde. Thyssenkrupp habe aber keine Zeit für ein langwieriges Kartellverfahren.

Die Aufzugsparte ist das profitabelste Geschäft von Thyssenkrupp und trägt den Löwenanteil zum Ergebnis bei. Thyssenkrupp will sich künftig wieder verstärkt auf das Stahlgeschäft konzentrieren. Am Freitag hat das Unternehmen zur Hauptversammlung geladen.

(dpa)