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Bonn: Kartellamt verhängt Millionenbußen

Bonn : Kartellamt verhängt Millionenbußen

Das Bundeskartellamt hat gegen vier Markenhersteller von Drogerieartikeln sowie deren Vertriebsleiter Bußgelder in zweistelliger Millionenhöhe wegen illegaler Preisabsprachen verhängt.

Insgesamt würden Bußgelder von rund 37 Millionen Euro von den Unternehmen Henkel Wasch- und Reinigungsmittel, Schwarzkopf & Henkel, Sara Lee Deutschland und Unilever Deutschland gefordert, wie das Bundeskartellamt am Mittwoch in Bonn mitteilte.

Die Unternehmen hatten zum Jahreswechsel 2005/2006 eine Anhebung der Preise von Geschirrspülmittel der Marken „Pril” und „Palmolive”, der Duschgelmarken „Fa”, „Duschdas” und „Palmolive” sowie der Zahncremes „Signal”, „Dentagard” und „Colgate” um rund fünf Prozent abgestimmt.

Darüber hinaus waren die Unternehmen - gemeinsam mit weiteren Unternehmen der Branche - seit Jahren an einem regelmäßigen Austausch von Informationen über die Verhandlungen mit Einzelhändlern beteiligt.

„Im Interesse des Endverbrauchers darf die hohe Wettbewerbsintensität im Einzelhandel nicht durch Absprachen der Markenhersteller konterkariert werden”, sagte Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer. Der Austausch von sensiblen Informationen über Rabattverhandlungen schränke bereits den Wettbewerb ein und verstoße gegen deutsches und europäisches Kartellrecht.

Die Behörde kündigte auch Verfahren gegen die übrigen Teilnehmer an dem Informationsaustausch an. Die Bußgeldbescheide sind noch nicht rechtskräftig. Die betroffenen Personen und Unternehmen können gegen die Beschlüsse Einspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.