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Kartellamt hat RWE imVisier

Kartellamt hat RWE imVisier

Bonn (an-o/dpa/Nachr.) - Das Bundeskartellamt, Bonn, sieht den Strom-Wettbewerb um Haushaltskunden geschwächt.

Wie Behörden-Präsident Ulf Böge am Montag erklärte, sei ein Anzeichen dafür, dass der Netzbetreiber RWE Net AG, Dortmund, von konkurrierenden Stromlieferanten überhöhte Mess- und Verrechnungspreise bei Stromzählern verlange. Weitere neue Anbieter würden dadurch verdrängt oder von einem Markteintritt abgeschreckt. Netz- und Verrechnungsleistungen sind die Installation und Wartung der Zähler sowie das Ablesen der Zählerstände und das Inkasso durch den RWE-Konzern.

Im Vergleich zur Thüringer Energie AG, Erfurt, die zum E.ON-Konzern, Düsseldorf, gehört, seien die RWE-Preise 38 bzw. 48 Prozent höher. Ein von RWE Net vorgelegtes Gutachten, laut dem im Netzgeschäft Verluste gemacht werden werden, habe den Missbrauchsverdacht nicht entkräftet. Der Verdacht liege vielmehr nahe, dass die starke Marktposition der Vertriebsschwester RWE Plus bei Haushalts- und Gewerbekunden (über 95 Prozent) im RWE-Netzgebiet geschützt werden solle, so das Kartellamt. Die Behörde werde daher RWE Net diese überhöhten Preise untersagen.