Düsseldorf: Karstadt-Mitarbeiter fordern Staatsbürgschaft

Düsseldorf: Karstadt-Mitarbeiter fordern Staatsbürgschaft

Rund 1000 Karstadt-Mitarbeiter aus ganz Nordrhein-Westfalen haben am Donnerstag vor dem Landtag in Düsseldorf für den Erhalt der Kaufhäuser demonstriert. Die Beschäftigten wollten der Forderung nach Staatsbürgschaften Nachdruck verleihen.

„Es gibt nicht nur Opel und Schaeffler, es gibt auch Karstadt”, sagte Karstadt-Betriebsrätin Maria Wagner bei der Kundgebung. Dem Karstadt- Mutterkonzern Arcandor droht ohne eine Bürgschaft die Insolvenz. Der Essener Handels- und Touristikkonzern braucht eine Zusage bis zum 12. Juni, denn dann läuft eine Kreditlinie über 650 Millionen Euro aus.

„Ein so systemrelevantes Kaufhaus wie Karstadt muss erhalten werden”, forderte der nordrhein-westfälische DGB-Chef Guntram Schneider. Bei Karstadt gehe es auch um die Identität Deutschlands. „Ich kann mir Bielefeld, Dortmund, Essen und Düsseldorf nicht ohne Karstadt vorstellen”, bekannte Schneider.

Die Warenhauskette sei ein „Publikumsmagnet für die Innenstädte”, ist auch die 46-jährige Karstadt-Mitarbeiterin Christiane Bertram überzeugt. Ihre Kollegin Heidrun Deya, die schon seit 30 Jahren für Karstadt in Gummersbach arbeitet, bestätigt: „Wenn Karstadt schließt, würde keiner mehr nach Gummersbach kommen.”

Redner der Dienstleistungswerkschaft ver.di warfen den Politikern vor, sich zu sehr auf die Autobranche zu konzentrieren. „Wir reden hier über mehr Arbeitsplätze als es bei Opel der Fall ist, über 56.000”, sagte Ulrich Dettmann, stellvertretender Landesbezirksleiter von ver.di NRW. Opel sei wichtig - die Beschäftigten im Handel hätten aber das gleiche Recht auf staatliche Hilfe wie die Autobauer. Laut Gewerkschaft hat Karstadt landesweit rund 4500 Beschäftigte, davon 80 Prozent Frauen.