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Düsseldorf: Kann Bayer ohne Partner mithalten?

Düsseldorf : Kann Bayer ohne Partner mithalten?

Der Leverkusener Bayer-Konzern wird nach Ansicht von Analysten im Pharmageschäft ohne Partner nicht mit dem Marktwachstum mithalten können und muss sich deshalb nach weiteren Optionen umschauen.

Ein Komplettverkauf der Pharmasparte würde erst ins Spiel kommen, wenn alle Möglichkeiten auf lange Sicht erfolglos blieben, sagten die Experten.

„Der Konzern wird es sicher schwer haben, mit dem Marktwachstum Schritt zu halten”, sagte WestLB Panmure-Analyst Andreas Theisen.

Die Agentur Reuters hatte in der vergangenen Woche erfahren, dass Bayer die Suche nach einem Partner für die gesamte Pharmasparte aufgeben will.

Der Leverkusener Konzern wollte keine Stellungnahme abgeben. „Wir werden uns erst zu dem Thema äußern, wenn die Überlegungen und Gespräche abgeschlossen sind”, hatte ein Bayer-Sprecher gesagt.

Der Chemie- und Pharmakonzern sucht seit mehr als zwei Jahren erfolglos einen Partner für seine Pharmasparte.

Der Rückruf des Cholesterinsenkers Lipobay im Jahr 2001 wegen befürchteter tödlicher Nebenwirkungen hatte das Pharmageschäft und damit den Bayer-Konzern in eine Krise gestürzt.

Auch wenn sich das operative Ergebnis des Pharmageschäfts im ersten Halbjahr wieder deutlich verbessert hat, sind die Aussichten der Sparte weiterhin trüb: Das Unternehmen hat derzeit kaum neue Produkte in der Vorbereitung für die Marktzulassung und für einige Präparate läuft der Patentschutz aus.

Hoffnungsträger von Bayer ist derzeit das Potenzmittel Levitra, dass im August die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde erhalten hat und dem US-Konzern Pfizer und dessen Verkaufsschlager Viagra nun auch auf dem wichtigen Markt USA Konkurrenz machen soll.

Bayer erwartet mit Levitra einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro, 60 Prozent davon sollen aus den USA kommen.

Nach Ansicht der Experten muss sich Bayer nun nach neuen Wegen umschauen. „Es gibt noch viele andere Spielmöglichkeiten,” betonte etwa Analyst Theisen.

„Wir können uns etwa eine Stand-alone-Lösung vorstellen mit strategischen Allianzen in Teilbereichen.” In Frage kämen etwa die Blutprodukte oder der Bereich der Krebsforschung.