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Düsseldorf: Jugend meidet Ingenieurfächer

Düsseldorf : Jugend meidet Ingenieurfächer

Trotz des Mangels an Fachkräften in der deutschen Wirtschaft entscheiden sich weniger Abiturienten für ein Ingenieurs-Studium.

Im Jahr 2006 begannen vier Prozent weniger junge Menschen ein solches Studium als im Vorjahr, wie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) am Dienstag in Düsseldorf unter Berufung auf aktuelle Zahlen mitteilte. Besonders stark war demnach der Einbruch im Fach Elektrotechnik, das sogar elf Prozent weniger zu studieren begannen.

Auch die Fächer Maschinenbau (minus fünf Prozent) und Bauingenieurswesen (minus drei Prozent) waren weniger beliebt. Dagegen stieg die Zahl der Absolventen den Angaben zufolge um vier Prozent auf 41.000 an. Den stärksten Zuwachs gab es vergangenes Jahr demnach bei den Maschinenbauern (plus neun Prozent). Zudem schlossen 2006 so viele Frauen ein Ingenieursstudium ab wie nie zuvor: Die Zahl der weiblichen Absolventen stieg demnach auf 9000.

Gerne ins Ausland

Rund 71 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte können sich einer Umfrage zufolge vorstellen, im Ausland zu arbeiten. Dagegen ist ein Arbeitsplatz in Deutschland nur für 14 Prozent der europäischen Fachkräfte interessant. Das hat eine Studie zum Thema Internationales Recruitment der Online-Stellenbörse StepStone ergeben, teilte ein Sprecher in Düsseldorf mit. Dafür seien 2170 Unternehmen und 21.000 Fach- und Führungskräfte in neun europäischen Ländern befragt worden.

Demnach können sich insgesamt 62 Prozent der europäischen Führungskräfte vorstellen, ins Ausland zu gehen. Am flexibelsten zeigen sich die Briten: Dort sind 88 Prozent der Befragten an einem Job im Ausland interessiert. Es folgen die Schweden (72 Prozent) und die Deutschen (71 Prozent).

Nicht sehr beliebt

Bei der Frage, in welchem Land die Führungskräfte gerne arbeiten würden, liegt Großbritannien mit 35 Prozent vorne. 30 Prozent der Befragten gingen gerne nach Frankreich, 29 Prozent nach Spanien. Deutschland erreicht auf der „Wunschliste” nur Platz 15.

Nach Berechnungen des Europäischen Statistikamtes Eurostat lag die deutsche Arbeitslosenquote im August mit 6,3 Prozent um 0,4 Punkte unter dem EU-Durchschnitt von 6,7 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte die deutsche Quote mit 8,4 Prozent noch deutlich über dem europäischen Schnitt von damals 7,8 Prozent gelegen.

Die Arbeitslosenquote in den 13 Ländern der Eurozone lag im August im Vormonatsvergleich bei unverändert 6,9 Prozent. In den 27 EU-Ländern sank sie im gleichen Zeitraum um 0,1 Punkte auf 6,7 Prozent, wie Eurostat am Dienstag mitteilte.