Herzogenrath/Kerkrade: Jobbörsen: Drei-Länder-Region will Hürden abbauen

Herzogenrath/Kerkrade : Jobbörsen: Drei-Länder-Region will Hürden abbauen

Die grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung im Dreiländereck soll einfacher werden. Dieses Ziel haben am Mittwoch 20 Arbeitsmarkt-Partner der belgisch-deutsch-niederländischen Grenzregion bei der Unterzeichnung einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung im Eurode Business Center an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Herzogenrath und Kerkrade forciert.

Ihre Vision: Deutschen, Niederländern und Belgiern, die im Nachbarland einen Job suchen, die bürokratischen Hindernisse aus dem Weg räumen.

„Europa hat trotzdem noch Grenzen. Und zwar dann, wenn wir über Steuer- oder Arbeitsrechtfragen sprechen, die in den Niederlanden oder in Belgien noch immer andere sind als in Deutschland“, sagte Jochen Mackowiak von der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, die die Koordination der länderübergreifenden Zusammenarbeit übernimmt. Die Hemmschwelle, in einem anderen EU-Land zu arbeiten, sei daher noch relativ groß, meint Mackowiak.

880.000 Euro für die Jobbörsen

Die Kooperationsvereinbarung soll diese Hemmschwellen abbauen. Sie erfolgt im Rahmen des EU-Beschäftigungsprogramms „Employment and Social Innovation“, kurz EaSI. Rund 880.000 Euro stehen den 20 Partnern — darunter die sechs Arbeitsagenturen Aachen-Düren, Krefeld, Mönchengladbach, Wesel, Coesfeld und Rheine — für grenzüberschreitende Jobbörsen zur Verfügung.

Die finanzielle Unterstützung aus Brüssel soll auch die Beratungsangebote an den jeweiligen Grenz-Infopunkten stärken, wo Arbeitnehmer über generelle Steuer- oder Rentenfragen informiert werden. Solche Servicestellen gibt es in Mönchengladbach, Kleve, Gronau, Maastricht, Maasmechelen — und eben in Aachen.

Zudem eröffnete im vergangenen September im Eurode Business Center eine Servicestelle für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung, die aktiv von der Arbeitsagentur Aachen-Düren mitgestaltet wird. Ein achtköpfiges deutsch-niederländisches Team war seitdem für rund 600 Einzelberatungen zuständig, Tendenz steigend.

„Wir wollen mit dieser Kooperation die bereits bestehende, gute Zusammenarbeit mit den Niederlanden und Belgien weiter stärken. Unsere Kooperation dient einzig und allein den Arbeitnehmern“, sagte Doris Schillings, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Aachen-Düren.

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