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Frankfurt/Hannover: IT-Dienstleister der Sparkassen einigen sich auf Fusion

Frankfurt/Hannover : IT-Dienstleister der Sparkassen einigen sich auf Fusion

Die beiden IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe wollen fusionieren und dadurch ihre jährlichen Kosten um mindestens 200 Millionen Euro senken.

Nach monatelangem Bemühen unterzeichneten die Verhandlungskommissionen der Sparkassen Informatik (SI/Frankfurt) und der FinanzIT (Hannover) am vergangenen Freitag eine Absichtserklärung. Bis Ende Juni 2008 soll die Fusion unter Dach und Fach sein.

„Unser Ziel ist, beide Häuser rückwirkend zum 1. Januar 2008 zusammenzuführen”, sagte der Sprecher der Sparkassen Informatik, Volkmar Mrass, am Donnerstag und bestätigte damit einen vorab veröffentlichten Bericht der „Financial Times Deutschland” (FTD) vom Freitag.

Pläne für einen Stellenabbau gibt es laut Mrass nicht. Derzeit haben die beiden Unternehmen zusammen mehr als 6000 Mitarbeiter. „Bis zum Ende des ersten Quartals soll nun ein Fusionskonzept erarbeitet werden, bis zum 30. Juni 2008 werden dann die Gesellschafter über den Zusammenschluss entscheiden”, erläuterte Mrass den weiteren Zeitplan.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) begrüßte die Pläne. Die Fusion könne auch Verbrauchern zugutekommen, weil einheitliche Informationstechnologie das Ausdrucken von Kontoauszügen bundesweit ermöglichen würde, sagte eine DSGV-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Entscheidend ist, dass eine Fusion schnell durchgeführt wird und die Chance genutzt wird, Entscheidungsprozesse zu optimieren.”

Seit Mai hatten beide Seiten offiziell über eine Fusion gesprochen. Kunden der IT-Dienstleister sind die deutschen Sparkassen sowie einige Landesbanken und Landesbausparkassen. Durch eine Fusion entstünde einer der größten europäischen IT-Dienstleister im Finanzsektor mit einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro.

Wo das geplante Gemeinschaftsunternehmen seinen Sitz haben soll, ist laut Mrass noch nicht entschieden. Bei der Sparkassen Informatik war ein Streit um Standortschließungen im Oktober per Schlichtung beendet worden: Das Unternehmen und die Gewerkschaft ver.di unterzeichneten einen Tarifsozialplan. Geschlossen werden sollen demnach die SI-Einrichtungen in Mainz, Karlsruhe, Köln und Duisburg.