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Heerlen/Aachen: Insolvenz: Solland Solar hofft auf einen Neustart

Heerlen/Aachen : Insolvenz: Solland Solar hofft auf einen Neustart

Bittere Gewissheit für die Beschäftigten des Solarzellen-Herstellers Solland Solar im deutsch-niederländischen Gewerbegebiet Avantis: Das zuständige Gericht in der Provinz Limburg hat jetzt das Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet.

Solland Solar steckte zuletzt in massiven Schwierigkeiten; die 91 Mitarbeiter, darunter 20 aus Deutschland, hatten über einen längeren Zeitraum kein Gehalt mehr bekommen, die Produktion stand teilweise still.

Die niederländischen Beschäftigten können nun immerhin Insolvenzgeld beim Arbeitsamt beantragen, für die deutschen bleibt die Situation ungewiss, da die Insolvenz nicht für den deutschen Teil des Unternehmens, eine GmbH, gilt.

Nach niederländischen Medienberichten haben mehrere Solar-Hersteller bereits Interesse an dem Produktionsstandort bekundet. Ob ein Geschäft zustande kommt, ist allerdings ungewiss.

Wie viele Solar-Unternehmen litt auch Solland Solar, als Vorzeigeprojekt auf Avantis zwischen Aachen und Heerlen gestartet, massiv unter der Konkurrenz der Billigprodukte vor allem aus China und hatte in den vergangenen Jahren bereits Schritt für Schritt massiv Personal abgebaut.

Solland Solar war 2005 von dem Unternehmer Gosse Boxhoorn gegründet worden. Anfang 2007 hatte dann der niederländische Energieversorger Delta mit Sitz in Middelburg 90 Prozent der Anteile übernommen. Boxhoorn selbst wurde im Oktober 2008 als Geschäftsführer entlassen.

Dann begann die Zeit, in der chinesische Hersteller den Markt mit billigen Produkten überschwemmten. Delta wollte Solland Solar wieder abstoßen; Anfang 2012 wurde die Solar-Fabrik an die italienische Pufin-Gruppe aus Frigento bei Neapel verkauft. Die Verluste liefen jedoch weiter auf.

(hjd)