Aachen: Innovationspreis: Drei Firmen, drei Ideen, drei Gewinner

Aachen: Innovationspreis: Drei Firmen, drei Ideen, drei Gewinner

Es muss nicht immer das Oberzentrum sein: Der Innovationspreis der Region Aachen in den Kategorien Gründung, Wachstum und Handwerk geht in diesem Jahr in die nämliche, genauer: zweimal nach Jülich und einmal nach Heinsberg.

Am Freitagabend war Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses. In den drei Kategorien hatten sich 31 Unternehmen beworben, 2009 waren es noch 44. Der Preis ist mit je 5000 Euro dotiert.

Gründung

Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland hören einen ständigen Ton, sie leiden unter Tinnitus. Die ANM Adaptive Neuromodulation GmbH aus Jülich/Köln hat die Coordinated Reset (CR) Technologie entwickelt, die Krankheits-Symptome bei betroffenen Patienten reduziert. Die akustische CR-Neuromodulation von ANM erstellt mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms ein akustisches Tinnitus-Profil. Das Gehörte bringt die hochsynchron arbeitenden Zellen aus dem Takt, wodurch sich die entstandenen Vernetzungen lockern und das Gehirn den krankhaften Tinnituston verlernt. Mit der gleichen Technologie wurde bereits ein Hirnschrittmacher entwickelt, der demnächst Parkinson-Patienten heilen soll. Den Preis überreichte Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren.

Wachstum

Die Jülicher Dasgip AG hat eine iApp entwickelt, mit der parallele biotechnische Kultivierungsprozesse per mobilem Endgerät überwacht und gesteuert werden können - eine Weltneuheit. Und das aus ganz praktischen Gründen: Dasgip entwickelt und produziert parallele Bioreaktorsysteme, in denen Zellen oder Bakterien kultiviert werden. Das App funktioniert als mobiles Überwachungssystem der Reaktoren. Das würdigte auch Agit-Geschäftsführer Ulrich Schirowski, der den Preis überreichte.

Handwerk

Komplexe Schaltanlagen, die dafür sorgen, dass Maschinen präzise ihre Aufgaben verrichten oder bei Produktionsstraßen genau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle das Gewünschte passiert - das ist die Domäne der Elteba GmbH & Co. KG aus Heinsberg-Oberbruch. Mit der Planung der unterschiedlichen Details sind verschiedene Fachleute beschäftigt. Das kostet Zeit. Zur Optimierung hat Elteba ein auf gängiger Software basierendes, flexibles Baukastensystem entwickelt. Erfolgt ein Auftrag, wird der Computer mit den erforderlichen Anforderungen gespeist, und das Baukastensystem sucht nach den erforderlichen Informationskomponenten, setzt sie zusammen und erstellt die Pläne zum Bau der Schaltanlage. Den Preis überreichte Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg.

Die Festrede der von Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, moderierten Preisverleihung hielt Joseph Pankert, General Manager Laser Ventures und Vizepräsident beiÊ Philips Lighting. Er sprach über das „Mooresche Gesetz”, wonach sich die Zahl der Transistoren pro Mikrochip alle 18 bis 24 Monate verdoppelt, und die aus dieser Innovationskraft resultierenden besonderen Herausforderungen an und Chancen für die Technologieregion.

Für die anderen sechs nominierten Unternehmen gab es Anerkennungsurkunden. Wir werden die drei Preisträger noch ausführlich vorstellen.

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