Aachen: Initiative „Aachen digitalisiert“: Eine-Million-Euro-Marke geknackt

Aachen: Initiative „Aachen digitalisiert“: Eine-Million-Euro-Marke geknackt

Irgendjemand hat mal gezählt, dass im kalifornischen Silicon Valley rund 200 Menschen mit Aachener Wurzeln leben und arbeiten — bei genau den Unternehmen, die gemeinhin als die Speerspitze der digitalen Revolution gelten.

Jene Revolution, deren erste Welle im Großen und Ganzen an Deutschland vorbeigegangen ist und deren zweite Welle gerade dabei ist, die „Wohlstandsbringerbranchen“ zu ergreifen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass diese Revolution die Gesellschaft und die ökonomischen Verhältnisse nachhaltig prägen wird.

Für ein Land wie Deutschland, aber auch für eine Region wie die Aachener, die so stolz ist auf ihre Ingenieurskunst, bedeutet das eine einschneidende Veränderung. Die Diagnose des Aachener IT-Unternehmers Oliver Grün ist jedoch ernüchternd: „Aachen fehlt auf der digitalen Landkarte“, sagt er. Viele jener 200 Aachener im Silicon Valley sind wahrscheinlich genau deshalb nicht hier geblieben.

Mit Prof. Malte Brettel, Prorektor der RWTH Aachen, hat Grün deshalb die Initiative „Aachen digitalisiert“ gegründet, um eine Koalition aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu schmieden und eines von fünf Digitalisierungszentren in NRW nach Aachen zu holen.

Dieser „Digital Hub“, angesiedelt im Startlab der RWTH, soll als Schnittstelle zwischen Entwicklern (Start-ups, IT-Mittelstand), Anwendern (Industrie und Wirtschaft) und Unterstützern fungieren. Grün ist derzeit viel unterwegs, hält Vorträge und diskutiert.

Von den 1,5 Millionen Euro, die er bei Unternehmen, Verbänden, Kommunen einwerben will, um sich im Wettbewerb mit anderen Regionen positionieren zu können, hat er — Stand Freitagabend — bereits über 1,037 Millionen zusammen. Der Rest, davon ist er überzeugt, wird noch hinzukommen.

(hjd)
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