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Aachen: IG Metall sieht „kein Problem”

Aachen : IG Metall sieht „kein Problem”

Im Gegensatz zum Unternehmerverband der Metall- und Elektro-Industrie Aachen halten die Arbeitgeber im Raum Düren, Jülich und Euskirchen den Tarifabschluss von Baden-Württemberg für „gut vertretbar.

Der Vorsitzende der Vereinigten Industrieverbände (VIV), Düren, Stephan Kufferath, erwartet deshalb, dass der Tarifbezirk NRW den Abschluss von Sindelfingen übernimmt. Er bewege sich „im Rahmen dessen, was unsere Unternehmen erwartet hatten”. Der Abschluss könne aber „keine Blaupause für andere Branchen” sein.

Unterdessen kritisierte die regionale IG Metall den Aachener Verband scharf. „Die Aachener Metallwirtschaft ist kein Armenhaus, im Gegenteil, die Ertragssituation ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr”, betonte Franz-Peter Beckers, 1. Bevollmächtigter der IG-Metal-Verwaltungsstelle Aachen. Der Abschluss stelle „kein Problem” für die Branche dar.

Schon im vergangenen Jahr hätten die Arbeitgeber den damaligen Abschluss von drei Prozent abgelehnt. Danach seien die Aufträge und Erträge nahezu explodiert. In keinem einzigen Unternehmen habe der Abschluss zu Beschäftigungsproblemen geführt. Schwierigkeiten gebe es vereinzelt wegen „interner Strukturen” und auch wegen Fachkräfte-Mangels.

Wenn der Hauptgeschäftsführer des Verbandes , Hans Mayer-Uellner, zudem jetzt mit dem Begriff Tarifflucht kokettiere, sei dies „ein gefährliches Spiel mit dem Feuer”.

Sollten Betriebe versuchen, aus dem Flächentarifvertrag auszuscheren, sei es „vorbei mit dem Frieden. Wir haben die Streikwesten noch nicht eingepackt”.

Unterdessen haben Gewerkschaft und Arbeitgeber in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland als bundesweit erste den Pilotabschluss für die Metall- und Elektroindustrie für ihren Bezirk übernommen. Das Ergebnis von Baden-Württemberg sei eins zu eins für die etwa 410.000 Beschäftigten der Mittelgruppe übernommen worden, so die IG Metall. Die Arbeitgeber nannten den Abschluss angesichts der guten Lage der Branche angemessen.

Kufferath sagte, der Abschluss im Südwesten „spiegelt die gute wirtschaftliche Lage der Mehrheit der Unternehmen in der Branche wider und ist deshalb gut vertretbar; auch wenn ich mir gewünscht hätte, die IG Metall hätte eine Differenzierung auch in der 1. Laufzeitstufe ermöglicht”. In der 2. Stufe der Laufzeit können die Betriebsparteien die Erhöhung um vier Monate verschieben.