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Düsseldorf/Dortmund: IG Metall: 30.000 Metaller bei zweiter Warnstreikwelle in NRW

Düsseldorf/Dortmund : IG Metall: 30.000 Metaller bei zweiter Warnstreikwelle in NRW

Mit der zweiten Warnstreikwelle hat die IG Metall am Dienstag im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.

Rund 30.000 Metaller aus 200 nordrhein-westfälischen Betrieben legten nach Gewerkschaftsangaben vorübergehend die Arbeit nieder. Schwerpunkt war das Ruhrgebiet.

„Die Arbeitgeber nutzen die Finanzkrise als Ausrede, um die Lohnansprüche zu drücken. Ich finde das unredlich”, sagte Gewerkschafts-Bezirkschef Oliver Burkhard bei einer Kundgebung vor rund 1500 Metallern in Dortmund. Das Angebot von 2,1 Prozent sei ein schlechter Witz. Die IG Metall will die Warnstreiks diesen Mittwoch fortsetzen und auf 300 Betriebe ausweiten. Ein Verhandlungstermin sei zunächst nicht vereinbart.

Mit Sprüchen wie „Keine Abstriche an unserer Forderung für die Finanzkrise - Die Krise in unseren Geldbeuteln dauert schon viel länger””, drückten die Beschäftigten bei den Kundgebungen ihre Enttäuschung über den Verhandlungsstand aus.

„Es kann einfach nicht sein, dass die Arbeitgeber die Finanzkrise als Grund vorschieben, die Löhne nicht zu erhöhen. Die Banker haben Milliarden verzockt und wir Auszubildenden müssen knapsen, um über die Runden zu kommen”, sagte ein Auszubildender des Maschinenherstellers KHS in Dortmund. Ein Beschäftigter eines Pumpenwerkes sagte: „Ich fühle mich verpflichtet hier für den Arbeitskampf auf die Straße zu gehen. Es ist eine Frechheit, dass die hohen Gewinne, die die Unternehmen erzielen, nicht an uns Arbeiter weitergegeben werden.” Beschäftigte aus 20 Betrieben hatten sich zur Kundgebung am Hauptbahnhof versammelt.

Burkhard versprach den Beschäftigten, nicht locker zu lassen: „Wir sind hier doch nicht bei Dieter Bohlen. Wir lassen uns nicht, wie bei einer Casting-Show, mit dummen Sprüchen nach Hause schicken.” Zuvor hatte er in Bochum vor den Opeltoren geredet. 2500 Opelaner hatten nach Betriebsratsangaben für zwei Stunden die Produktion stillgelegt nachdem sie gerade erst eine Zwangspause wegen geringer Auftragslage hinter sich hatten. Weitere 2000 Beschäftigte von Werken wie ThyssenKrupp Stahl, Bochumer Eisenhütte oder Miele hatten die Zahl der Bochumer Warnstreikenden auf 4500 geschraubt.

In Bielefeld waren rund 3000 Metaller zu zwei Demonstrationen gekommen. „Zwar verkenne die Gewerkschaft nicht die wirtschaftliche Lage, aber die Beschäftigten wollten an den Gewinnen der Vergangenheit beteiligt werden”, sagte Ute Herkströter von der IG Metall. In Gütersloh beteiligten sich laut IG Metall 600 bis 650 Mitarbeiter aus vier Betrieben der Region.

„Die Stimmung war sehr entschlossen”, berichtete Gewerkschaftssekretär Reinhold Tönjes. Die Gewerkschaft hatte am Morgen vor den Werkstoren über 1000 Brezeln verteilt, die in Form einer Acht gebacken waren. Die IG Metall fordert in dem Tarifstreit acht Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Im Siegerland beteiligten sich rund 4000 Beschäftigte und legten zeitweise die Arbeit nieder. In Lippstadt bei Hella und Rothe Erde waren es 2000, im Raum Lemgo waren mehr als 3000 Beschäftigte aus 35 Betrieben an den Warnstreiks beteiligt.