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Hochschulen: Technik wieder gefragt

Hochschulen: Technik wieder gefragt

Aachen (an-o/gep) - An den Hochschulen lassen sich in den technischen Disziplinen wieder mehr Studenten einschreiben. Auch die Textil-Technik begeistert junge Leute.

Dies erklärten am Mittwoch auf der 30. Aachener Textiltagung Prof. Marie-Louise Klotz (FH Niederrhein) und Prof. Martin Möller (RWTH Aachen). Möller, Textilchemiker und zugleich Direktor des Deutschen Wollforschungsinstituts (DWI), sprach von einer "Trendwende", der Boom bei der Informatik sei dagegen "etwas abgeflaut". Die Werbekampagnen an den Schulen hätten sich ausgezahlt, meinte Prof. Thomas Gries vom Institut für Textiltechnik der RWTH.

Textiltechnik ist aufgrund ihrer Konstruktionsprinzipien vielerorts einsetzbar. So wird nicht nur erforscht, wie feine Merinowolle durch Behandlung "noch feiner, glänzender und weicher wird" (DIW). Die Institute entwickeln Garn- und Textilstrukturen, mit denen Beton verstärkt (bewehrt) wird. In der Medizintechnik werden Vliese für die Züchtung von Gelenkknorpel verwandt, ein Glaukom (Grüner Star) wird mit einem hauchfeinen textilen Docht behandelt.

Dass sich auch in Deutschland erfolgreich produzieren lässt, unterstrich Wolfgang Grupp, Chef des T-Shirt-, Sweat-Shirt- und Tennis-Bekleidungsherstellers Trigema, Burladingen/Schwaben. Es gebe keine hohen Lohnkosten, sondern nur eine schlechte Betriebsorganisation, so Grupp.