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Würselen: High-Tech für Projekt in Dubai

Würselen : High-Tech für Projekt in Dubai

Vor der Küste des Emirats Dubai entsteht im Persischen Golf die größte künstliche Inselgruppe der Welt. Jede der drei Inseln hat die Form einer gigantischen Palme. Als Fundament dient der an anderer Stelle ausgebaggerte Sand vom Grund des Meeres.

Ideale Kommunikation

Im vergangenen Jahr wurden die Arbeiten für die letzte der drei Insel, Palm Island Jebel Ali, durch den belgischen Spezialisten für Nassbaggertechnik, der Jan De Nul Group in Aalst, abgeschlossen.

Ein wichtiges Rädchen für das Gelingen des spektakulären Projektes stammt von der Firma Lancom Systems in Würselen. Der Netzwerktechniker sorgte mit seinen High-Tech-Produkten dafür, dass die drahtlose Kommunikation zwischen den Vermessungsschiffen, den Tiefseebaggern und dem Firmensitz in Belgien klappte.

Auf diese Weise wurde der Einsatzort der Baggerschiffe effizient gesteuert. Michel De Vylder von der Jan De Nul Group: „Nach der Durchführung der Messungen konnten wir die Daten sofort durchleiten, ohne kostbare Zeit zu verlieren. Das neue System hat sich innerhalb von sechs Monaten amortisiert.”

Ralf Koenzen und Ulrich Prinz, Geschäftsführer bei Lancom in Würselen, hören solche Komplimente gerne. Sie bestätigen ihnen, dass ihr Unternehmen inzwischen auch auf internationaler Ebene ein Wort mitzureden hat.

Exakt am 1. Mai 2002 übernahmen beide im Rahmen eines Management Buy-Outs den Geschäftsbereich „Professionelle Datenkommunikation” der zusammengebrochenen Elsa AG in Aachen und entwickelten daraus in den Folgejahren einen führenden deutschen Anbieter von Kommunikationslösungen für Unternehmen, Behörden und Institutionen. Das Angebot umfasst Produkte und Software für drahtlose Netzwerke.

Zu den Kunden gehören inzwischen auch Großfirmen des Handels wie etwa die Kölner Rewe-Gruppe, die mit Hilfe der Lancom-Produkte gesicherte und verschlüsselte Daten von und zu ihren über 5000 Filialen übermittelt. Grundsätzlich, so Ralf Koenzen in einem Gespräch, eignen sich die Lancom-Produkte für alle Firmen mit einem großen Außendienst.

Dabei vertreibt das Würselener Unternehmen mit Vertriebsbüros in München, London, Madrid, Bozen, Tilburg und Prag seine Produkte nicht direkt, sondern über den Fachhandel und spezielle Anwenderfirmen.

Seit zwei bis drei Jahren ist man verstärkt im Benelux-Raum tätig. So geht der Einsatz von Lancom-Produkten bei der Jan De Nul Group in Dubai auf die Zusammenarbeit mit dem belgischen Distributor Kappa Data zurück.

In Zukunft will Lancom, so Ulrich Prinz, auch in den übrigen europäischen Ländern stärker wachsen.

Das dürfte sich auch in der Mitarbeiterzahl niederschlagen. An den Start ging Lancom mit zehn Beschäftigten. Im Juni 2007 waren es bereits 100 und noch zehn sollen in diesem Jahr folgen. Der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr den Wert von 20 Millionen Euro - für 2007 werden 25 Millionen Euro angepeilt.

Aus den Fehlern der Aachener Elsa AG, ein Unternehmen des Neuen Marktes, haben die Lancom-Gründer gelernt. „Wir finanzieren unser Wachstum aus unseren Erträgen.”

Die Lancom-Anteile werden von den beiden Hauptgesellschaftern Koenzen und Prinz, der Sparkassenbeteiligungsgesellschaft S-UBG und drei weiteren Gesellschaftern gehalten.

Grundsätzlich sieht Lancom gute Marktchancen für die drahtlose Kommunikation. Das gilt auch für die Integration von Telefon und Datenkommunikation sowie für das Feld der Internet-Sicherheit. 30 Mitarbeiter sind bei Lancom im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt. „Wenn uns einmal der Markt in Europa zu eng werden sollte, blicken wir nach Asien und Amerika,” kündigt Ralf Koenzen für die Zukunft an.

Ingenieure gesucht

Lancom Systems in Würselen sucht für das weitere Wachstum dringend E-Techniker und Informatiker. „Aber der Markt ist seit einem Jahr komplett leer”, so Geschäftsführer Ulrich Prinz.

Der Personalmangel wirke sich inzwischen bereits auf das Geschäft aus. Wegen der unbesetzten Stellen sei Lancom „langsamer geworden”. Verstärkt setzt das Unternehmen deshalb auf eine Kooperation mit der RWTH Aachen und den fachspezifischen Instituten.