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Heinsberg: Harter Schnitt bei Heinsberger Kuag

Heinsberg : Harter Schnitt bei Heinsberger Kuag

„Damit wir unsere Mengen halten können, müssen wir den ruinösen Preiskampf mitmachen.” Dieses Zitat des Geschäftsführers des Textilfaser-Herstellers Kuag im Heinsberger Industriepark Oberbruch, Albert Giesen, war in der letzten Ausgabe der Mitarbeiter-Zeitschrift zu lesen.

Geholfen hat es dennoch nicht. Noch in diesem Jahr wird das Tochterunternehmen der Textilwerke Deggendorf (TWD) in Bayern etwa ein Drittel seiner Belegschaft - also rund 100 Mitarbeiter - nicht mehr beschäftigen können.

Insgesamt wird der TWD-Konzern etwa 500 seiner auf vier Standorte verteilten 2100 Stellen abbauen.

Bereits am 20. Dezember letzten Jahres zeichnete sich dieses Ergebnis am Ende einer Wirtschaftsausschuss-Sitzung in Deggendorf ab.

Wieviele Jobs am Ende konkret dem Rotstift zum Opfer fallen, ob ein zentraler Sozialplan der Konzernmutter greifen wird oder sich jedes Tochterunternehmen selbstständig um eine sozialverträgliche Lösung kümmern müsse - dies seien Fragen, die es noch zu klären gelte, erklärte gestern Betriebsratsvorsitzender Bruno Pigorsch gegenüber unserer Zeitung.

Auch der TWD-Aufsichtsrat müsse den Plänen noch zustimmen. Dass dies geschieht, bezweifelt jedoch weder der Betriebsratsvorsitzende noch die Geschäftsleitung der Kuag. Erste Umsetzungsentscheidungen werden in der nächsten Ausschusssitzung am 30. Januar erwartet.

Die Kuag Oberbruch zählt in Europa zu den bedeutendsten Produktionsstätten für Polyester. Die derzeitige Jahresproduktion von 19 000 Tonnen soll nach dem Personalabbau auf rund 60 Prozent reduziert werden.

Bereits im Jahr 2000 musste das Unternehmen aufgrund der konjunkturellen Flaute in der Textilbranche 130 Stellen streichen. Besonders die Großproduktionen im chinesischen Raum riefen fatale Dumpingpreise hervor, so Albert Giesen.

Jetzt schon müssten in Oberbruch Produkte zu einem Preis verkauft werden, der nicht einmal die Herstellungskosten decke.