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Düsseldorf: Handwerkskammertag: 15 Milliarden Euro Schaden durch Schwarzarbeit

Düsseldorf : Handwerkskammertag: 15 Milliarden Euro Schaden durch Schwarzarbeit

Die Schwarzarbeit im nordrhein-westfälischen Handwerk ist nach Einschätzung des westdeutschen Handwerkskammertages weiter auf dem Vormarsch.

Allein im Jahr 2007 hätten die Handwerksbetriebe in NRW rund 15 Milliarden Euro durch die Schwarzarbeit verloren, sagte der Präsident des Handwerkskammertages, Franz-Josef Knieps, in Düsseldorf.

Das entspreche rund 15 Prozent des gesamten Umsatzes. Vor fünf Jahren habe der Verlust durch Schwarzarbeit nur zehn Prozent der gesamten Einnahmen ausgemacht. Ohne den Schaden durch die Schwarzarbeit hätten die Handwerksbetriebe nach Knieps Einschätzung im vergangenen Jahr 150.000 zusätzliche Stellen einrichten können. Dadurch hätten auch die Zuliefererbetriebe zahlreiche neue Stellen schaffen können.

Betroffen von der illegalen Beschäftigung sind den Angaben zufolge vor allem das Bau- und Ausbaugewerbe sowie viele Dienstleister wie Kfz-Werkstätten und Friseure. Für das kommende Jahr rechnet Knieps mit einem weiteren Anstieg der Schwarzarbeit. Grund seien unter anderem die steigenden Energiepreise, die zum einen die Handwerksleistungen verteuerten und zum anderen die Verbraucher zum Sparen zwängen.

Um die Schwarzarbeit dauerhaft einzudämmen, forderte Knieps eine Verringerung der Lohnzusatzkosten sowie eine Halbierung des Mehrwertsteuersatzes, wie es in anderen europäischen Staaten bereits üblich sei. Dadurch würden die Handwerksleistungen für die Kunden preiswerter und die Verlockung, einen Handwerker „schwarz” zu beschäftigen geringer, sagte Knieps. Gleichzeitig könnten die Nettolöhne der Handwerker erhöht werden, was die Schwarzarbeit auch für die Handwerker unattraktiver werden lasse.

Den Angaben zufolge gibt es in NRW derzeit mehr als 175.000 Handwerksbetriebe, in denen rund eine Million Menschen arbeiten. In diesem Jahr erwirtschafteten sie voraussichtlich 104 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.