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Aachen: Handwerkskammer: „Notwendige Investition in die Zukunft der Region”

Aachen : Handwerkskammer: „Notwendige Investition in die Zukunft der Region”

Das größte Bildungszentrum der Handwerkskammer (HWK) Aachen wird kräftig modernisiert. Am Mittwoch gab NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) den offiziellen Startschuss für die Arbeiten in der Berufsbildungs- und Gewerbeförderungseinrichtung (BGE) an der Tempelhofer Straße in Aachen.

Neben Kammerpräsident Dieter Philipp, seinem Vize Felix Kendziora und HWK-Hauptgeschäftsführer Ralf W. Barkey assistierte der Ministerialdirigent im Bundeswirtschaftsministerium, Ulrich Schönleiter.

Haustechnische Verbesserungen mit dem Ziel der Steigerung der Energieeffizienz schlagen mit insgesamt 8,8 Millionen Euro zu Buche. Von dieser Summe übernimmt der Bund rund vier Millionen Euro, während das Land, ergänzt um EU-Fördermittel, 2,6 Millionen Euro beisteuert. Die Kammer selbst engagiert sich mit den verbleibenden 2,2 Millionen Euro. Die Realisierung des Projekts unter Federführung des Aachener Architekten Jochen König ist mit zwei Jahren veranschlagt, im laufenden Betrieb.

Philipp unterstrich, dass die Handwerkskammer als größter gewerblicher Bildungsträger in der Region Aachen für ein bedeutendes Potenzial zur Sicherung von Innovation, personellem Nachwuchs und Technologietransfer stehe. Die HWK biete insgesamt 2300 Werkstatt- und Theorieplätze, 269 Internatsplätze und 1400 Lehrgänge jährlich mit 16.000 Teilnehmern. Dies entspreche zwei Millionen Teilnehmerstunden als eigentlicher Messgröße an sechs Standorten. Die BGE decke etwa allein die Hälfte dieses Angebotsspektrums ab. Philipp sprach von einem „bedeutenden Wissenstransfer”. Die 12.000 Quadratmeter große Einrichtung, die jetzt baulich aufpoliert wird, besteht seit 1983. Das Sanierungsprojekt sei eine „notwendige, richtige und wichtige Investition in der Zukunft der Menschen in der Region”, fügte der Präsident an.

Minister Schneider sprach dem Projekt „außerordentliche Bedeutung für den handwerklichen Nachwuchs und die wirtschaftliche Entwicklung” nicht nur in der Region, sondern auch in ganz NRW zu. Das Geld werde hier „gut investiert”. Er verwies auf einen Schwerpunkt der Landesregierung, zur Sicherung des Fachkräftebedarfs entschieden beizutragen. Würde nichts geschehen, fehlten bis zum Jahre 2020 allein in NRW 630.000 Fachkräfte. „Das wäre eine Wachstumsbremse, die wir uns nicht leisten können”, bekräftigte Schneider. Um dem entgegenzuwirken, spiele das Handwerk eine ganz entscheidende Rolle, auch was den notwendigen permanenten Modernisierungsprozess angehe - mit der Verpflichtung zur täglichen Veränderung: „Nichts bleibt, wie es ist, oder es verschwindet”, sagte der Minister.

Auch Schönleiter bekräftigte die „eminente Bedeutung” des Handwerks für die Bildung. Sein Ministerium setze insbesondere auch auf die duale Ausbildung, die in Deutschland entscheidend zu der aktuell niedrigen Jugendarbeitslosigkeit beitrage. Dieser Ansatz habe den großen Vorteil, dass die jungen Leute „oft beide Beine bereits in einem Betrieb haben”.