Aachen: Handwerkskammer kämpft gegen wachsenden Fachkräftemangel

Aachen: Handwerkskammer kämpft gegen wachsenden Fachkräftemangel

Angesichts des zu erwartenden drastischen Rückgangs an Schulabsolventen verstärkt die Handwerkskammer (HWK) Aachen ihre Anstrengungen, damit die Betriebe genügend Fachkräfte finden.

Dazu dient am Samstag, 3. September, auch der Tag des Handwerks, der dem potenziellen Nachwuchs das Leistungsvermögen und die Vielfalt der einzelnen Berufe und Betriebe nahebringen soll. Um 11 Uhr beginnt die Veranstaltung in der Sparkasse am Münsterplatz. Auch NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger will kommen.

Bis Ende August hätten sich 2079 Schulabgänger zu einer Lehre in den Betrieben des Kammerbezirks entschlossen, berichtete HWK-Hauptgeschäftsführer Ralf W. Barkey am Mittwoch vor der Presse. Das entspreche einem Prozent mehr als im Vorjahr. Es könnte aber ein Plus von rund zehn Prozent sein, wenn es gelänge, die etwa 200 offenen Leerstellen zu besetzen. Die Tendenz dazu wachse seit zwei Jahren, bis 2022 sinke die Zahl der Schulabgänger um 22 Prozent, womit der Kammerbezirk einen „absoluten Spitzenwert” erreiche. Er leide somit „besonders unter dem demographischen Wandel”. 79 Prozent der Betriebe seien auf der Suche nach qualifizierten Gesellen, 21 Prozent auf Meistersuche. Und „sehr große Sorgen” mache er sich auch um die gut 3000 Betriebe, die in nächster Zeit an Nachfolger übergeben werden sollen. Er wolle „nicht schwarzmalen”, so Barkey. Aber gelinge der Übergang nicht, drohten besonders in ländlichen Regionen Lücken in der flächendeckenden Versorgung mit Handwerks- und Dienstleistungen.

Die Kammer tue einiges, um für das Handwerk zu werben, versicherte Barkey. Dabei verwies er etwa auf Praktika und die intensive Information von Schülern, „wie spannend das Handwerk sein kann”. Angesichts gestiegener Anforderungen brauche die Branche auch Gymnasiasten. Verstärkt sollen Migranten und Studienabbrecher geworben werden.

Mehr von Aachener Zeitung