1. Wirtschaft

Aachen/Schleiden: Handwerkskammer: In der Krise auch eine Chance sehen

Aachen/Schleiden : Handwerkskammer: In der Krise auch eine Chance sehen

„Zuversicht statt Zaudern” - diese Einstellung fordert der Präsident der Handwerkskammer für die Region Aachen, Dieter Philipp.

Bei der Herbst-Vollversammlung im Forum Vogelsang appellierte er an die Betriebe im Kammerbezirk, in der Krise Chancen zu erkennen und entschieden zu handeln statt düsteren Prognosen zu erliegen. „Wir brauchen keine Heerscharen von Schwarzsehern”, warnte Philipp vor allzu großer Verunsicherung und forderte mehr „Mumm statt Menetekel”.

Gefragt seien jetzt die typischen Eigenschaften der Handwerker. Sie müssten jetzt die Ärmel hochkrempeln, fleißig anpacken und sich sachlich mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation auseinandersetzen.

Sehr hilfreich für das Handwerk sei die Heraufsetzung der steuerlich absetzbaren Handwerksleistungen. Sie allein könne aber das Grundproblem, dass die Bürger zu wenig Netto in der Tasche haben, nicht lösen. Bessere Stimmung sei nur durch eine spürbare Entlastung zu erzeugen. Der Kompromiss bei der Erbschaftssteuerreform, die im Dezember vom Bundesrat verabschiedet werden soll, ziele in die richtige Richtung, sagte Philipp. In den nächsten Jahren stehen im regionalen Handwerk 40 Prozent der Betriebe altersbedingt vor der Übergabe.

In der Herbstkonjunkturumfrage der Kammer hatten noch 80 Prozent der befragten Betriebe eine gute beziehungsweise befriedigende Geschäftslage gemeldet. Die Erwartungen für das Winterhalbjahr sind allerdings schwächer. Chancen ergäben sich jedoch für Handwerker, die zusätzliche, gefragte Leistungen anbieten könnten, zum Beispiel als Energieberater. Als positives Signal wertet Philipp zudem die Tatsache, dass 82 Prozent der Unternehmen davon ausgehen, die Zahl ihrer Mitarbeiter in den nächsten sechs Monaten halten zu können.