1. Wirtschaft

Köln: Gummibärchen werden teurer

Köln : Gummibärchen werden teurer

Die Liebhaber von Gummibärchen trifft es in diesem Jahr hart: Sie müssen für ihre grünen und roten Lieblinge tiefer in die Tasche greifen.

Ebenso bitter ergeht es Naschkatzen von Nussschokolade und Gebäck. Der Grund: Bei Haselnüssen ist eine Verdoppelung des Preisniveaus eingetreten und auch bei Getreide und Glukose (für Fruchtgummi) zeigt die Preiskurve wegen des extrem heißen Sommers deutlich nach oben.

Da sei es zumindest tröstlich, dass die Schokolade ohne Nusszusätze wegen der stabilen Situation auf dem Kakaomarkt nicht teurer werde, sagte der Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), Tobias Bachmüller, am Dienstag im Vorfeld der Internationalen Süßwarenmesse (ISM) voraus.

Den Hitzesommer des vergangenen Jahres haben die Umsätze der süßen Branche nahezu unbeschadet überstanden. Die Einbußen bei Schokoladenwaren und Chips zwischen Mai und September wurden ausgeglichen durch die starke Nachfrage nach Speise-Eis. Auch Feine Backwaren und Knabberartikel wurden ein Opfer der Sonne.

Der Umsatz stieg wegen der starken Exporte kräftig um 5,5 Prozent auf knapp 10,8 Milliarden Euro. Während in anderen deutschen Industriebranchen kräftig Arbeitsplätze abgebaut wurden, verhielt sich die Süßwarenbranchen gegen den Trend: Die Zahl der Mitarbeiter in den 280 meist mittelständischen Betrieben stieg um 4,5 Prozent auf 58600 Beschäftigte.

Für dieses Jahr erwartet Bachmüller, der Miteigentümer der Süßwarenfirma „Katjes” ist, für die Branche einen Umsatzzuwachs von bis zu drei Prozent auch durch die Ost-Erweiterung der EU. Zwar werde der Boom durch die östlichen Beitrittsländer nicht so stark ausfallen wie kurz nach der deutschen Vereinigung.

Dennoch rechnet Bachmüller langfristig mit kräftigen Impulsen durch rund 100 Millionen zusätzliche potenzielle Kunden.

Schon verfügen zahlreiche deutsche Süßwarenfirmen - aus der Region Aachen sind es Lambertz und Zentis - über Produktionsstätten in Osteuropa.

Von dort werden vorwiegend die östlichen Märkte bedient und nur vereinzelt nach Westeuropa importiert.

ass die Osterweiterung der EU keine Einbahnstraße ist, zeigt die starke Zunahme der Aussteller aus den östlichen Beitrittsländern. der Ausstellerkatalog weist 61 Unternehmen aus, die mit ihren Produkten den Marktzugang in Westeuropa anvisieren.

An der am Sonntag in Köln beginnenden Internationalen Süßwarenmesse (ISM) beteiligen sich insgesamt 1515 Anbieter aus 72 Ländern.

Der Anteil der ausländischen Aussteller beträgt rund 80 Prozent. Erwartet werden bei der reinen Fachmesse wieder über 30.000 Einkäufer aus aller Welt.