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Landgraf: Groß-Investor will bei DocMorris aussteigen

Landgraf : Groß-Investor will bei DocMorris aussteigen

Die niederländische Internet-Apotheke DocMorris, Landgraaf, steht in Teilen zum Verkauf.

Die britische Beteiligungsgesellschaft 3i will sich nach eigenen Angaben von diesem Engagement trennen. 3i hält zusammen mit dem Risikokapitalgeber Technonord, Hamburg, zwei Drittel an Doc Morris.

Unternehmensgründer Ralf Däinghaus und anderen Managern gehört das letzte Drittel. Däinghaus betonte, er werde sich nicht von seinen Anteilen trennen.

3i führt Verkaufsgespräche mit mehreren Investoren. Es würden jedoch sowohl mit strategischen als auch mit Finanzinvestoren Verhandlungen geführt, so der Risikokapitalgeber.

Ob das Paket vollständig oder nur teilweise beräußert werde, sei eine Frage des Preises. Mitte des Monats hatte Däinghaus schon angedeutet, neben dem Einstieg eines großen Investors sei auch ein Börsengang der vor vier Jahren gegründeten Versandapotheke vorstellbar.

DocMorris schreibt, so Däinghaus, deutliche schwarze Zahlen. Im Zuge der Gesundheitsreform in Deutschland ist seit Anfang des Jahres der Versand von Medikamenten unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Im vergangenen Jahr verschickte DocMorris 560.000 Medikamente. 80 Prozent davon gingen nach Deutschland. Der Umsatz wurde mit 51 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Zahl der Kunden stieg auf rund 300.000.

Im Oktober 2003 hatte DocMorris erstmals den Break Even erreicht, also die Schwelle zur Rentabibilität überschritten. Zurzeit arbeiten bei DocMorris 250 Mitarbeiter, ein Drittel davon sind Pharmazeuten.

Auch 2004 will DocMorris wachsen: Angepeilt werden 120 bis 140 Millionen Umsatz, da mit Krankenkassen Arzneimittel-Lieferverträge abgeschlossen und Vertriebskooperationen mit Herstellern vereinbart worden sind.